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Krankschreibungen in SH : Arbeitnehmer aus Neumünster sind am häufigsten krank

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im Schnitt 20 Tage pro Jahr fehlen Beschäftigte in Schleswig-Holstein bei der Arbeit. Es gibt aber große Unterschiede zwischen Branchen und Regionen.

Kiel | Seit 2006 melden die großen Krankenkassen ständig steigende Krankenstände. Dieser Trend macht auch vor dem Norden nicht halt. Landesweit war im vergangenen Jahr jeder bei der AOK versicherte Erwerbstätige im Schnitt an 19,9 Tagen krankgeschrieben, das entspricht einer Quote von 5,4 Prozent. Am häufigsten fehlten Neumünsteraner wegen Krankheit am Arbeitsplatz. In den Kreisen Nordfriesland und Pinneberg blieben die Arbeitnehmer hingegen am wenigsten zu Hause.

Krankentage im Norden

Kreisfreie Stadt/Kreis Tage*
Neumünster 24,1
Plön 21,1
Rendsburg-Eckernförde 20,6
Herzogtum Lauenburg 20,4
Lübeck 20,2
Schleswig-Flensburg 20,2
Segeberg 20,2
Ostholstein 20,0
Schleswig-Holstein 19,9
Steinburg 19,7
Dithmarschen 19,5
Kiel 19,5
Stormarn 18,9
Flensburg 18,4
Pinneberg 18,2
Nordfriesland 18,2

*Durchschnittliche Arbeitsunfähigkeitstage
der AOK-Versicherten im Jahr 2015,
Quelle: AOK Nordwest

2010 lag die Krankschreibungsquote im Norden noch bei fünf Prozent. Für das vergangene Jahr hatte bereits die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) den höchsten Wert seit 16 Jahren für den Norden gemeldet.

Erstaunt sind Experten nicht über die Entwicklung, weil die Arbeitnehmer immer älter werden. So stellte die Generation 55-plus im September 2015 schon 5,6 Millionen Beschäftigte, zehn Jahre zuvor waren es 2,9 Millionen. Sie kommen im Schnitt auf 29 Tage Arbeitsunfähigkeit im Jahr, bei den unter 35-Jährigen sind es elf Tage.

Deshalb wird das Gesundheitsmanagement in den Betrieben zum großen Thema. Notwendig wird dies vor allem im öffentlichen Dienst. Laut AOK-Gesundheitsbericht, der gestern in Kiel vorgestellt wurde, belegen die Beschäftigen bei Bund, Land und Kommunen mit einem Krankenstand von 6,6 Prozent den Spitzenplatz. Im Vorjahr lag er noch bei 6,2 Prozent.

Im Kieler Rathaus fehlen regelmäßig 8,8 Prozent der Belegschaft

Die Meldungen sind teilweise alarmierend: In den Schulen sind regelmäßig zwei von zehn Hausmeistern krank, bei Gefängnisaufsehern liegt der Krankenstand bei zwölf Prozent, und im Kieler Rathaus fehlen regelmäßig 8,8 Prozent der Belegschaft. In der Gesundheits- und Sozialbranche sind es 6,5 Prozent. Selten krank sind hingegen Menschen, die in der Land- und Forstwirtschaft (3,5 Prozent) arbeiten sowie bei Banken und Versicherungen (3,7 Prozent).

Nicht nur von Branche zu Branche, sondern auch von Region zu Region gibt es starke Unterschiede. So sind Arbeitnehmer in Neumünster mit 24,1 Fehltagen am häufigsten krank, die in den Kreisen Nordfriesland und Pinneberg mit 18,2 Fehltagen hingegen am seltensten. Die meisten melden sich mit der Diagnose „Ich habe Rücken“ beim Chef ab. Muskel- und Skeletterkrankungen verursachen 22,7 Prozent aller Fehltage. Es folgen psychische Erkrankungen, Atemwegserkrankungen und Verletzungen mit jeweils elf Prozent.

Für die Unternehmen ist das teuer. Auf 90 Milliarden Euro jährlich beziffert die Bundesanstalt für Arbeitsmedizin den bundesweit durch die Fehltage bedingten Produktionsausfall. Gut zu wissen: 47 Prozent der Nordlichter fehlten im vergangen Jahr nicht einen einzigen Tag am Arbeitsplatz.

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erstellt am 21.Jun.2016 | 21:32 Uhr

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