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Kommentar zu Terror in Kopenhagen : Anschlag in Dänemark: Jeg er Vilks

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Je suis Charlie“: Das Bekenntnis ging nach dem Anschlag in Paris um die Welt. Heute geht es wieder um die Freiheit. Ein Kommentar von Dieter Schulz.

von
erstellt am 15.Feb.2015 | 10:51 Uhr

Vor fünf Wochen waren wir alle Charlie: Der Anschlag auf das französische Satire-Magazin erschütterte die Welt und löste eine einmalige Welle der Solidarität aus. Über eine Million Menschen gingen in Paris auf die Straße.

Ich weiß nicht, wie viele von ihnen die islamkritischen Karikaturen wirklich gut fanden oder finden. Aber keiner, der von sich sagte „JE SUIS CHARLIE“, will sich vorschreiben lassen, was er zu denken oder zu sagen hat. Unabhängig von der Frage, ob Satire wirklich alles darf, geht es hier um den Grundbegriff von Freiheit. Deren Wert verdeutlichte auch der November 1989. Bevor aus dem Ruf „Wir sind das Volk“, die Forderung „Wir sind ein Volk“ wurde, begannen die Bürgerrechtler der DDR ihren Widerstand gegen die SED-Diktatur mit dem Satz von Rosa Luxemburg „Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden“.

Frei von Angst zu leben, seine Meinung ungestraft sagen zu dürfen, sind die größten Privilegien, die Demokratien ihren Bürgern bieten. Schon vor 250 Jahren hatte Georg Christoph Lichtenberg erkannt: „Mehr als das Blei in den Kugeln hat das Blei in den Setzkästen die Welt verändert.“ Die Kalaschnikows der Attentäter von Paris und Kopenhagen haben Unschuldige getötet. Ob die Mörder ihre Ziele erreichen, hängt davon ab, ob wir uns einschüchtern lassen.

Ich bin nicht immer der Meinung von Lars Vilks. Aber ich werde mich immer dafür einsetzen, dass auch dieser Provokateur mit scharfer Feder die seinige vertreten, zeichnen und veröffentlichen kann. Deshalb ist es gerade jetzt wichtig, die Angst zu überwinden und zu sagen: „Jeg er Vilks – Ich bin Vilks!“

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