Fragen und Antworten : Angst in Hagenbecks Tierpark: Warum starben zwei Elefanten?

Zweiter toter Elefant innerhalb weniger Tage: Die drei Jahre alte „Anjuli“.

Zweiter toter Elefant innerhalb weniger Tage: Die drei Jahre alte „Anjuli“.

Der Zoo erklärt in einer Mitteilung, was er über den tödlichen Elefanten-Herpes EEHV 1 weiß.

shz.de von
15. Juni 2018, 21:06 Uhr

Hamburg | Trotz des plötzlichen Todes zweier Elefanten möchte der Tierpark Hagenbeck die gewohnten Abläufe in der Haltung beibehalten. Jede Änderung bedeute zusätzlichen Stress für die Tiere, teilte der Zoo mit. Der Tierpark könne auf mehr als hundert Jahre Erfahrung in der Zucht und im Umgang mit Elefanten zurückblicken. Am Mittwoch war innerhalb von nur einer Woche der zweite Jungelefant an den Folgen der Viruserkrankung Elefanten-Herpes EEHV 1 gestorben.

Die Hagenbecksche Elefantenherde besteht nun noch aus sieben erwachsenen, teils mehr als 50 Jahre alten Dickhäutern und einem Jungtier. Der gut einen Monat alte Bulle „Brausepaul“ sei derzeit nicht gefährdet. Allerdings könne das Virus erst nach einem Ausbruch nachgewiesen werden.

Die Herde konnte sich von den beiden toten Jungtieren verabschieden. Auch Elefanten empfänden Trauer, nähmen aber relativ schnell ihr normales Leben wieder auf, hieß es in der Mitteilung.

Bei Elefanten-Herpes EEHV 1 werden nach Angaben des Zoos innerhalb kürzester Zeit die inneren Organe derart geschädigt, dass das Herz-Kreislaufsystem der Tiere zusammenbricht und sie tot umfallen. Jede Säugetierart habe artspezifische Herpes-Erreger. Bei Elefanten komme das Elephant Endothelioptropic Herpes Virus (EEHV) vor. Es sei bei afrikanischen und asiatischen Elefanten gefunden worden. Fast alle asiatischen Elefanten seien Träger des EEHV. Zum Elefanten-Virus hat der Zoo Fragen und Antworten zusammengestellt:

Wie ansteckend ist das Virus?

Elefanten können Träger des Virus sein, ohne jemals selbst zu erkranken. Sie können es aber weitergeben. In den vergangenen 30 Jahren sind in Europa mehr als  30 asiatische Elefanten durch das EEHV gestorben. Vorwiegend sterben Jungtiere im Alter zwischen einem und neun Jahren. Eine Gefahr für Menschen geht von dem Virus nicht aus.

Wie kam das Virus in die Herde von Hagenbeck?

Wir wissen nicht, ob das Virus schon immer in der Herde war, oder ob Gasttiere das Virus mitgebracht haben. Es gibt keine Möglichkeit, dies rückwirkend zu ermitteln.

Wie kann das Virus festgestellt werden?

Es verbirgt sich in den Organen der Elefanten. So lange es nicht aktiv wird, also keine Erkrankung ausbricht, ist es nicht nachweisbar. Das kann mittels verschiedener Tests erst dann geschehen, wenn ein Tier erkrankt ist. Alle Mitglieder der Herde wurden getestet. Es konnte kein weiterer Krankheitsfall festgestellt werden.

Wie kann ein erkranktes Tier behandelt werden?

Es gibt sogenannte Virostatika, die bei einer Erkrankung gegeben werden können. Weiterhin kann Blutplasma und Flüssigkeit per Infusion gegeben werden. Beide Möglichkeiten wurden bei „Anjuli“ angewandt.

Warum wurden die Tiere nicht vorab geimpft?

Es gibt bisher keinen Impfstoff gegen EEHV.

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