zur Navigation springen

Neue Sicherheitsrichtlinien : Alexander Dobrindt erwartet Kompromiss im Streit über Traditionsschiffe

vom

Die Neuerungen könnten Auswirkung auf die Kieler Woche haben. „Wir wollen die maritime Tradition erhalten“, sagte der Minister.

shz.de von
erstellt am 28.Apr.2017 | 19:03 Uhr

Hamburg | Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will die Traditionsschiffe an der Küste eventuell finanziell unterstützen, damit sie auf die notwendigen Sicherheitsstandards umgerüstet werden können. In dem Streit um neue Sicherheitsregeln seien beide Seiten kompromissbereit und es würden weitere Gespräche mit den Verbänden und Vereinen geführt, sagte Dobrindt am Freitag in Hamburg.

Die Betreiber von Traditionsschiffen sehen die neuen Sicherheitsstandards kritisch. Sie fürchten, die Richtlinien nicht erfüllen zu können und somit aufgeben zu müssen. Von der neuen Richtlinie wäre nicht nur die Landeshauptstadt Kiel mit der Kieler Woche betroffen, auch Rostock mit der Hanse Sail, Hamburg mit seinem Hafengeburtstag oder Flensburg mit der Dampfrundum müssten um die Attraktivität ihrer Großveranstaltungen fürchten.

„Wir wollen die maritime Tradition erhalten“, sagte der Minister. Er sei nicht nur dann an Tradition interessiert, wenn sie in Lederhosen daherkomme. Es seien jedoch auch Fragen der Sicherheit relevant; auf den Schiffen würden Passagiere und Schulklassen transportiert. Am Ende werde ein Kompromiss gelingen. „Ich bin da ganz positiv“, sagte Dobrindt.

Es geht um mehr als 100 historische Schiffe an der deutschen Küste, die überwiegend ehrenamtlich in Fahrt gehalten werden. Einige stehen unter Denkmalschutz. Sie erfüllen moderne Standards im Hinblick auf den Brandschutz und andere Sicherheitsregeln oft nicht. Auch ist umstritten, ob für die Qualifikation der Schiffsführer ähnliche Anforderungen gelten sollen wie für Berufsschiffer. Die norddeutschen Landesparlamente hatten eine neue Sicherheitsrichtlinie deshalb abgelehnt, die gleichwohl zur Zeit in Brüssel geprüft wird und bereits Ende kommenden Monats in Kraft treten sollte.

In Hamburg gab es bereits eine Demo gegen die umstrittene Sicherheitsverordnung.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen