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Kernkraftwerk in Geesthacht : Alarm in Krümmel: Polizei übt Ernstfall

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Polizei und Sicherheitsdienst des Kraftwerks üben am Donnerstag einen Einsatz gegen Atomkraft-Aktivisten. Dabei klappt fast alles.

Geesthacht | Blaulicht vor dem Kernkraftwerk - vermummte Männer werden in Handschellen von der Polizei abgeführt. Was ist passiert? Ein Angriff auf das Kernkraftwerk?

Alles halb so schlimm. Am Donnerstagvormittag trainierte der Objektsicherungsdienst  (OSD) gemeinsam mit der Polizei einen angenommenen Einsatz, nachdem Atomkraftgegner unbefugt auf das Gelände eingedrungen waren. Die Übung, an der etwa 20 Beamte beteiligt waren, wurde weitgehend routiniert abgearbeitet.

Obwohl das Kernkraftwerk Krümmel am Elbufer längst abgeschaltet ist, gilt das Gelände mit strengen Anforderungen als Sicherheitsbereich. Für die Überwachung ist ein Objektsicherungsdienst (OSD) im Einsatz, der auch moderne Technik nutzt.

„Bei der Übung handelte es sich um die jährlich vorgeschriebene Sicherheitsübung, die von der Atomaufsicht überprüft wird“, erklärte Michael Wenk vom Kernkraftwerk Krümmel. Ziel der Übung war es demnach, die Zusammenarbeit der Mitarbeiter des OSD mit den eingesetzten Beamten der Polizeidirektion Ratzeburg zu trainieren. Für die Polizei stand insbesondere die Überprüfung der Ablaufstrukturen und der Kommunikationswege im Vordergrund.

Was den festgelegten Sammelpunkt für die von der Leitstelle entsandten Polizisten aus Geesthacht und Umgebung angeht, schien es an der Kommunikation zu hapern, denn die Streifen fuhren auf der für die Einsatzübung voll gesperrten Elbuferstraße hin und her, ehe sie in Tesperhude den festgelegten Treffpunkt ausgemacht hatten.

Auf dem Gelände nahmen die Polizisten dann Kontakt zu den von Kollegen gespielten Atomkraftgegnern auf. Die hatten – um die Szenerie perfekt zu machen – Transparente dabei, sangen Lieder und hatten sich angekettet. „Die Lage wirkte schon sehr echt“, sagte Wenk.

Die Demonstranten wurden schließlich gelöst und einzeln zur Personalienfeststellung auf das Polizeirevier gebracht. Das Abtasten nach gefährlichen Gegenständen, das Anlegen von Handschellen und selbst das korrekte Ansprechen der Widerständler, dass sie einen Hausfriedensbruch begehen, wurde trainiert. „Für so etwas gibt es gesetzliche Vorgaben, ohne die eine Anzeige haltlos wäre. deshalb ist es wichtig, die Rahmenbedingungen einzuhalten“, erklärte dazu Olaf Pape, der Sicherheitschef des Kernkraftwerkes.

Aufgabe für den OSD war es außerdem, dafür zu sorgen, dass sich die Atomkraftgegner bis zum Eintreffen der Polizei nicht weiter auf dem Kraftwerksgelände bewegen konnten. In die Bereiche, in denen atomare Stoffe gelagert werden, würde man selbst wenn man die äußeren Schutzzäune tatsächlich überwinden sollte, noch lange nicht gelangen.

 
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erstellt am 03.Dez.2015 | 13:32 Uhr

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