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Aktivregion Sachsenwald-Elbe : Voltigieren - Turnen auf dem Pferd

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In der Hanna-Büsch-Halle haben die "Voltis" vom Hamburg-Wentorfer Reiterverein allerbeste Trainingsmöglichkeiten. Gefördert wurde der Bau von der Aktivregion Sachsenwald-Elbe.

Wentorf bei Hamburg | Annabell (6) und Frederike (8) haben Spaß, das ist nicht zu übersehen. Auf dem Rücken von Pony Theo machen die beiden Mädchen gymnastische Übungen, und Theo schreitet dabei an einer langen Longe von Trainer Nils Stoll geführt im Kreisbogen durch die Hanna-Büsch-Halle in Wentorf bei Hamburg. Zuvor haben die Mädchen in einem Seitentrakt auf Sportgeräten geübt, Böcke stehen dort und Matten sind ausgelegt, denn die beiden Mädchen sind Voltigierer, noch ganz am Anfang ihrer pferdesportlichen Ausbildung.
Das Voltigieren ist eine ganz besondere Form des Pferdesports. Voltigieren bedeutet letztlich nichts anderes als: Turnen auf einem Pferd. Der Ursprung dieser Sportart findet sich bei der Kavallerie. Ziel der Übungen war es damals, Gleichgewicht, Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer der Soldaten zu schulen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Voltigieren erstmals wieder 1950 im Universitätsreitstall in Göttingen aufgenommen. Schnell entwickelte es sich dann zu einer attraktiven und wettbewerbsfähigen Sportart, die anfängliche Einordnung als ausschließlicher Kindersport verlor sich spätestens in den 1960er Jahren, als dann auch wieder Jugendliche und Erwachsene diesen Sport aufnahmen. Fest steht aber auch, so Trainer Nils Stoll: "Das Voltigieren ist deutlich mädchenlastig."
Fünf Pferde, sechs Trainer-Teams, sieben Gruppen
Besonders gepflegt wird diese anspruchsvolle Sportart auch im Hamburg-Wentorfer Reiterverein (HWR), in dem zurzeit sieben Gruppen und drei Einzel-Voltigierer trainieren. Mit fünf vereinseigenen Pferden und sechs Trainer-Teams, jede Gruppe wird von zwei bis drei Ausbildern betreut, finden Kinder und Jugendliche dort ideale Trainingsbedingungen vor, aber auch viel Spaß in der Gruppe und mit den Pferden.
Vor einem Jahr erlebte der Voltigiersport im HWR nochmals einen kräftigen Schub, denn zu diesem Zeitpunkt wurde im Verein die Hanna-Büsch-Halle offiziell eingeweiht. Eine Reithalle, deren Nutzung vorrangig dem "Turnen zu Pferd" dient.

Hanna Büsch war einst Lehrerin in Wentorf, darüber hinaus auch eine begeisterte Reiterin, die das Voltigieren im HWR bereits in den 1960er Jahren neu belebt hatte. "Und mit ihrem Tod vermachte Hanna Büsch ihr Erbe dem Verein", erklärt HWR-Chef René T. Steinhäuser, "mit der Zweckbestimmung, das Voltigieren damit nachhaltig zu fördern." Man habe Pferde und Sportgerät dafür angekauft, das Geld aber auch angelegt, mit dem Ziel, irgendwann eine eigene Reithalle für die Voltigierer zu schaffen. "Das ist uns schließlich mit Hilfe der AktivRegion Sachsenwald-Elbe im letzten Jahr auch gelungen", so Steinhäuser. Aber es sei ein langer und steiniger Weg gewesen, denn bedingt durch eine fehlende Bauleitplanung für das Gelände, waren lange Verwaltungswege zu gehen.
"Aber getreu der Regel, was lange währt wird endlich gut, haben wir jetzt seit einem Jahr unsere Voltigierhalle, und bessere Trainingsmöglichkeiten kann man sich auch kaum wünschen", so HWR-Vorsitzender Steinhäuser.

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erstellt am 29.Aug.2011 | 05:55 Uhr

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