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Aktivregion Hügelland am Ostseerand : Viele Ideen für die neue Förderperiode

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Tourismus, Wirtschaft und Daseinsvorsorge wurden als Schwerpunktthemen ins Visier genommen.

Gettorf | Drei Förderschwerpunkte zeichnen sich ab für die neue Förderperiode der Aktiv-Region Hügelland am Ostseestrand: Slow Tourism, eine Form des Tourismus, der mit Langsamkeit, Nachhaltigkeit und Sinnhaftigkeit für authentische Reiseerlebnisse sorgt, die Steigerung der Attraktivität der Aktiv-Region als Wirtschaftsstandort für Existenzgründer sowie die Daseinsvorsorge zur Erhaltung der Eigenständigkeit der älteren Bevölkerung im ländlichen Raum. So zumindest kristallisiert sich nach zahlreichen Treffen der Verantwortlichen die Strategie für die neue Förderperiode heraus.

„Noch sind wir voll im Prozess“, betonen der Vorsitzende der Aktiv-Region Matthias Meins und der mit der Erarbeitung der Strategie beauftragte Regionalmanager Dr. Dieter Kuhn vom Institut Agenda Regio aus Eckernförde in einem Gespräch. „Wir versuchen die Strategie so breit aufzustellen, dass möglichst viel gefördert wird“, sagt Dr. Dieter Kuhn weiter. „Der letzte Abstimmungsprozess muss noch erfolgen.“

Am 10. Juni hat der Vorstand der Aktiv-Region dazu eine Strategiegruppe gegründet. In der geht es darum, sich abzustimmen, für welchen Schwerpunkt die größten Anstrengungen unternommen werden, und wofür mit knapp 50 Prozent des Förderbudgets die meisten Fördermittel fließen.

Dr. Dieter Kuhn: „Besonders der nachhaltige Tourismus ist einer der tragenden Wirtschaftsfaktoren der Region.“ In den vergangenen fünf Jahren wurden über die Aktiv-Region mit rund 3,2 Millionen Euro an Fördermitteln insgesamt 66 Projekte im Gesamtvolumen von über zehn  Millionen Euro, kofinanziert von den Gemeinden, verwirklicht. Bis 2020 stehen nun erneut 2,86 Millionen Euro bereit. EU und Land erhoffen sich damit, die Folgen des demografischen Wandels zu mildern, gute Lebensbedingungen und sichere Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu schaffen, sowie für den Klimaschutz und nachhaltige Energiewirtschaft zu sorgen.

An möglichen neuen Handlungsfeldern nennt das MELUR (Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume) Klimaschutz, Energiewende, nachhaltige Daseinsvorsorge, Bildung, Wachstum und Innovation.

Erste Weichen

Die ersten Weichen wurden zum Auftakt der neuen Förderperiode bereits im Mai auf der Regionalkonferenz in Gettorf gestellt.  Fast 60 Funktionsträgern aus dem gesamten Gebiet der Aktiv-Region Hügelland am Ostseestrand, von Eckernförde über die Amtsbereiche Hüttener Berge, Dänischer Wohld, Dänischenhagen bis nach Altenholz , nahmen an vier im Juni und Juli nachfolgenden Workshops teil. Schon da seien gute Ergebnisse heraus gekommen, mit denen man einen großen Schritt nach vorne machen könne, findet Regionalmanager Dr. Dieter Kuhn, der die  Regionalkonferenz moderierte. Die Teilnehmer hätten gut und engagiert mitgearbeitet. In Arbeitskreisen wurde diskutiert, wo Potenziale liegen, welche Projekte es schon gibt und was gefördert werden sollte. Moderatoren hatten die Ideen auf Kärtchen formuliert und an Pinnwände geheftet, Sprecher der Arbeitskreise die Ergebnisse vorgestellt: Im Handlungsfeld Daseinsvorsorge würde man die Eigenständigkeit gern durch mehr Gemeinschaft, mehr Ärzte, Betreuung und Pflege, aber auch Anlaufstellen wie Jugend- und Seniorentreffs sichern.

Neue Wohnformen wie Seniorenwohngemeinschaften könnten Perspektiven geben zu bleiben. Um Ortsidentitäten zu erhalten müsste das Ehrenamt gestärkt, mehr Dorffeste gefeiert und Naturerlebnisse geschaffen werden.  Der Jugend sollten mit mehr Freizeitaktivitäten Anreize gegeben werden, zu bleiben.

Im Handlungsfeld Wachstum und Innovation könnte der Absatz regionaler Produkte gefördert, Anbieter vernetzt, mehr barrierefreier Natur- und Kulturtourismus entwickelt, Slow- und Aktivtourismus angeboten und neue touristische Infrastruktur wie eine App für touristische Angebote entwickelt werden. Junge Unternehmer könnten älteren beratend zur Seite stehen.

Im Handlungsfeld Klimawandel und Energie wird eine unabhängige Energieberatung in der Region benötigt. Man könnte funktionierende Modelle bekannter machen, Fahrzeuge gemeinsam nutzen und Klimabewusstsein nach außen tragen, um zur Modellregion zu werden.

Im Handlungsfeld Bildung könnte man um den regionalen Fachkräftemangel zu beheben, Migranten beraten und fortbilden, im Vorschulbereich Mehrsprachigkeit, Lesekompetenz, Musik, Kunst und Sport fördern. Schulen sollten nicht aufgegeben, sondern als Bildungszentrum für alle gefördert werden. Um außerschulische Lernorte zu vernetzen und zu entwickeln, könnten mehr Natur- und Landschaftsführer ausgebildet und Migranten sprachlich gefördert werden.

Im Juni und Juli trafen sich die Arbeitskreise zu den vier Handlungsfeldern Klimaschutz und Energiewende, nachhaltige Daseinsvorsorge, Bildung, Wachstum und Innovation erneut, um erste Ideen zu konkretisieren. Inzwischen kann Dr. Dieter Kuhn konkreter werden. „Ideen gibt es schon“, bestätigt er.

Die umfangreiche Restaurierung des Mausoleums am Schloss Noer wurde mit EU-Mitteln gefördert.
Die umfangreiche Restaurierung des Mausoleums am Schloss Noer wurde mit EU-Mitteln gefördert. Foto: shz

Tourismus

Dem Slow Tourism werde eine stetig wachsende Entwicklung vorausgesagt, erklärt Regionalmanager Dr. Dieter Kuhn. In Anlehnung an die Slow Food-Bewegung strebe man auch hier nach Erhaltung der Biodiversität, nach traditionellen Landschaften, regionalen Produkten und traditionellen Methoden. Dazu passe Radfahren, Wandern und Wellness.

Die neue Zielgruppe seien die sogenannten Entschleuniger auf der Suche nach Alternativen in unserer zunehmend digitalisierten und schnelllebigen Welt. Da komme auch dem Naturpark Hüttner Berge große Bedeutung zu. Im Dänischen Wohld könnte ein verbundenes Wanderwegenetz entstehen, so wie es das schon in und um Osdorf gibt.

Auch barrierefreier Tourismus gehöre dazu, so wie ihn Eckenförde bereits bewirbt. Ältere Menschen und Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen sollen, wie in einer UN-Konvention festgelegt, gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. „Die LTO Eckernförder Bucht könnte da ein Aushängeschild werden“, erklärt Dr. Dieter Kuhn. „Da steckt noch viel Potential drin.“

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erstellt am 05.Aug.2014 | 14:15 Uhr

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