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AktivRegion Eider-Treene-Sorge : Natururlaub und Nahversorgung: Neue Konzepte für die Zukunft

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Die AktivRegion Eider-Treene-Sorge geht mit vielfältigen Ideen in die neue Förderperiode.

shz.de von
erstellt am 10.Feb.2015 | 10:57 Uhr

Erfde-Bargen | Was noch vor 15 Jahren eine Vision war, ist heute eine feste Institution: Die Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge im Norden Schleswig-Holsteins zieht in Sachen Regionalentwicklung an einem Strang. Einen nicht unwesentlichen Anteil hat daran die gleichnamige AktivRegion. Aktuell bereitet sich der Verein auf die neue EU-Förderperiode vor.

Die AktivRegion bringt regelmäßig Vertreter von Kommunen, Unternehmen und Tourismusvereinen, aber auch Privatpersonen an einen Tisch. Gemeinsam entscheiden diese über die Förderung von Projekten aus der Region. Mit einer Bilanz, die sich sehen lassen kann: Mehr als 70 Projekte wurden in den Jahren 2007 bis 2014 umgesetzt, darunter mehrere sogenannte „Leuchttürme“ – etwa die „Nachhaltige Entwicklung des Kanutourismus“ und der „Erhalt der Baukultur in den Landschaften Eiderstedt und Stapelholm“, die in Kooperation mit der benachbarten AktivRegion Südliches Nordfriesland entstanden.

Mehr als 70 Projekte schon umgesetzt

Ersteres hatte die Etablierung einer umfassenden Infrastruktur für Kanuten zum Ziel, Letzteres die Instandsetzung und -haltung landschaftsprägender Reetdachhäuser.

Die insgesamt durch die Förderung der AktivRegion ausgelösten Investitionen werden auf mehr als 15 Millionen Euro geschätzt – eine stolze Summe, die zum Großteil regionalen Betrieben zu Gute kommt.

Stefan Ploog, Vorsitzender des Vereins AktivRegion, sieht einen großen Gewinn in dessen auf Kooperation ausgelegter Arbeitsstruktur: „Da kommen Menschen zusammen, die sonst wenig oder gar nichts miteinander zu tun hätten und arbeiten gemeinsam daran, die Region zu stärken – mit sichtbarem Erfolg.“ Hinsichtlich der neuen EU-Förderperiode blickt Ploog zuversichtlich nach vorn: „Jetzt wollen wir zügig an die guten Erfahrungen der vergangenen Jahre anknüpfen. Sobald es losgeht, gilt: Je mehr Menschen sich dabei engagieren, desto besser wird auch das Ergebnis.“

Für die Jahre 2015 bis 2020 stehen der AktivRegion etwa 2,86 Millionen Euro an Fördergeldern zur Verfügung. Welche Projekte unterstützt werden, macht der Vorstand im Wesentlichen von zwei Faktoren abhängig: zum einen von der Qualität der eingereichten Projektanträge, zum anderen davon, ob sie zur Integrierten Entwicklungsstrategie (IES) passen. Das mehr als 70 Seiten starke Papier wurde gemeinsam mit mehr als 300 Akteuren aus der Region erstellt und bildet das regionale Profil mit seinen Stärken, Schwächen und Entwicklungszielen ab.

Die Strategie kann auf der Homepage der AktivRegion www.aktivregion-ets.de heruntergeladen werden.

Handlungsbedarf gibt es genug

Besonders spannend wird es im Förderschwerpunkt „Nachhaltige Daseinsvorsorge“: Hier wird ein zweistufiger Umsetzungswettbewerb ausgeschrieben. Öffentliche Träger sollen hier zunächst ein interkommunal abgestimmtes Gutachten erstellen, um sich anschließend mit Infrastrukturprojekten auf Fördermittel zu bewerben. Handlungsbedarf gibt es genug, das weiß Ulrich Brüggemeier aus dem Geschäftsführenden Vorstand  nur zu gut: „Der demografische Wandel ist eine Tatsache, die den ländlichen Raum besonders treffen wird. Darauf müssen sich die Kommunen vorbereiten und die Angebote anpassen. Wenn der Altersdurchschnitt steigt, müssen wir die Nahversorgung rechtzeitig zukunftsfähig machen“, so Brüggemeier. Auch wenn die Weichen in der Politik gestellt werden müssten, könne die AktivRegion hier sinnvoll tätig werden. „Entweder wir verbessern alte oder finden neue Mobilitätsangebote – oder die Nahversorger kommen zu den Menschen.“

Gute Erfahrungen hat die AktivRegion diesbezüglich mit dem MarktTreff-Konzept gemacht. Allein sieben gibt es verteilt über die Flusslandschaft – das noch im Bau befindliche Veranstaltungs- und Kulturzentrum Hennstedt eingeschlossen. Auch über Bürgerbusse und alternative Mobilitätsformen wird – wenn auch kontrovers – nachgedacht. Ob diese oder andere Lösungen: Der Wettbewerb „Zukunftsorientierte Daseinsvorsorge“ soll Anreize für öffentliche Projektträger schaffen, sich konkrete Gedanken zu machen. Um eine hohe Qualität der Bewerbungen zu sichern, ist die Teilnahme zunächst an ein konzeptionelles Gutachten gekoppelt. Nach der Auswahl durch den Vorstand erhalten die besten fünf Konzepte jeweils 125000 Euro für Umsetzungsmaßnahmen – bei einer Mindestinvestition von 250.000 Euro.

Neben dem zweiten Schwerpunkt, dem Nachhaltigen Natur- und Kulturtourismus (siehe nächste Seite), stehen auch die großen Themen Klimawandel und Bildung auf der Agenda. In der Bildung liegt der Fokus auf der Vernetzung bestehender Einrichtungen, aber auch investive Maßnahmen werden gefördert. Der Umwelt wird mit dem „Klimapakt Eider-Treene-Sorge“ Rechnung getragen. Dessen Ziel ist die Sensibilisierung der Bürger und Kommunen zu Klima- und Energiefragen. Über einen weiteren Förderschwerpunkt, „Neue Dienstleistungen und Neue Produkte“, dürften sich vor allem private Projektträger freuen. Der Verein will damit neuen Ideen Raum geben und möglichst viele Bürger in die Regionalentwicklung einbinden. Zurzeit läuft die Neuausschreibung der Geschäftsstelle des Vereins. Wenn die Entscheidung für das neue Regionalmanagement getroffen ist, kann die Lokale Aktionsgruppe mit der Arbeit beginnen. Getreu dem Motto, das sie sich bei der Erstellung ihrer Strategie gegeben haben: „Wir wollen leben wie in der Stadt – so schön wie auf dem Land!“

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