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"Wilde Weiden" : Mit einer Kuh-Aktie dem Moor helfen

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Ziel des Vereines für extensive Robustrinderhaltung ist, das jetzige Landschaftsbild des Liether Moores zu erhalten. Helfen sollen unter anderem Robustrinder.

Heidgraben | "Na ja, ich bin 68, ich könnte mich eigentlich auch aufs Fahrrad setzen." Dieter Wichmann überlegt eine Weile, sagt dann: "Aber nein, das wäre ja langweilig." Und um sich nicht zu langweilen, hat der ehemalige Landwirt so einiges angeschoben, dass ihn, aber auch seine Ehefrau und den Bruder tagtäglich in Gang hält. Dieter Wichmann ist Vorsitzender des Vereins für extensive Robustrinderhaltung im Liether Moor.
Klingt auch ein bisschen langweilig, aber das ist es nun bestimmt nicht. Der Verein hat sich vielmehr auf die Fahnen geschrieben, durch die Haltung und Pflege von so genannten Robustrindern - beispielsweise Highland-Cattle und Whitebred Shorthorn-Bullen - einen wesentlichen Beitrag zu leisten, um das jetzige Landschaftsbild des Liether Moores, das auf dem Gemeindegebiet von Klein Nordende und damit in der Nähe von Elmshorn liegt, zu erhalten. Urtypische Moorflächen sollen wieder hergestellt und zusätzlich Biotope, Flachgewässer, Teiche und Vernässungszonen neu angelegt werden.

Und damit ist der Verein auch fleißig zugange, wobei Pflege und Zucht der Rinder im Mittelpunkt steht. "Wilde Weiden" heißt dieses neue und viel versprechende Naturschutzkonzept. Robuste Weidetiere in vergleichsweise geringer Zahl prägen auf großen Flächen ganzjährig die Landschaft, ähnlich wie es wilde Huftiere in früheren Zeiten in der Naturlandschaft taten. Durch Verbiss und Trittspuren entstehen neue abwechslungsreiche Mosaike aus Weiderasen, Hochstauden, offenen Böden und Gebüschen, aber auch Wäldern, die anderen Tieren und Pflanzen natürlichen Lebensraum bieten. Diese naturnahe Beweidung schafft ergänzend zur klassischen Biotoppflege und ökologischer Landwirtschaft eine kosteneffektive und unverzichtbare Säule zum Erhalt des Naturerbes.
Seit sechs Jahren hat Dieter Wichmann selbst eine Highland-Cattle-Zucht mit inzwischen 15 Tieren. Auf rund 30 Hektar Land leben gegenwärtig 25 Kühe und drei Bullen im Liether Moor. Eine Zone, die so genannte Färsenweide, hat sogar einen durchgehenden Fußweg, so dass Besucher Aug’ in Aug’ mit den jungen Kühen die Landschaft genießen können. "Wir planen aber einen durchgehenden Kuh-Weg zu errichten, so dass die Wilden Weiden im Liether Moor komplett für Besucher erschlossen werden", erklärt Wichmann.
Rundwanderwege geplant
Großen Wert legt der Verein auch auf die Jugendarbeit. Erste Kooperationen sind bereits geschaffen worden, so dass sich Schul- und Kindergartenkinder künftig auf einer Streuobstwiese und an einem Feuchtbiotop tummeln können. "Wir wollen jungen und alten Menschen zeigen, wie eine schöne ursprüngliche Landschaft aussehen kann."
Letztlich soll das Ziel sein, dass bald wieder Kiebitze, Kraniche und Storche im Moor anzutreffen sind. Durch die geplanten Rundwanderwege soll es möglich sein, das Liether Moor zu einem einmaligen Erholungsgebiet mit Lerneffekt zu machen. Betrieben wird diese Umgestaltung durch den Förderverein und durch die AktivRegion Pinneberger Marsch und Geest. "Zusätzliche Unterstützung können wir aber immer gebrauchen", so der Vereinsvorsitzende. Die Mitgliedschaft kostet pro Jahr 50 Euro, wer sich aber intensiver einbringen möchte, der kann auch eine Kuh- oder Kalbaktie erwerben - und wird damit zum Teilhaber an der Rinderherde.
Info: Verein für extensive Robustrinderhaltung im Liether Moor e. V., z. Hd. Dieter Wichmann, Dorfstraße 32f, 25436 Heidgraben

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erstellt am 23.Apr.2012 | 06:53 Uhr

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