Erdholländer : In Nebel dreht sich alles um die alte Mühle

Unter anderem bekommt die Mühle neue Flügel verpasst. Foto: Henze
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Unter anderem bekommt die Mühle neue Flügel verpasst. Foto: Henze

Die Stürme der Jahrzente haben ihre Spuren hinterlassen: Der achteckige Touristenmagnet von 1771 wird jetzt umfassend restauriert.

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22. Oktober 2012, 06:40 Uhr

Nebel | Der so genannte "Erdholländer" gehört zu bedeutenden Wahrzeichen der Insel Amrum. Die Mühle wurde einst 1771 von der Familie Knudten errichtet. Der Überlieferung nach soll der Schiffer Erk Knudten die in Einzelteilen zerlegte Mühle aus Amsterdam mitgebracht haben. Er ließ sie nahe seines Hauses in Nebel auf der höchsten Erhebung wieder aufbauen.
Viele Generationen der Familie betrieben die Mühle schließlich, bis jedoch der letzte Inselmüller, Hans Ernst Kristensen, 1963 ihre gewerbliche Nutzung aus Rentabilitätsgründen beendete. Aber, so der Wunsch der Familie damals, sie solle auf Dauer in ihrer Funktion erhalten bleiben. Aus diesem Grund wurde schließlich der Verein zur Erhaltung der Amrumer Windmühle gegründet. Die Lagerräume wurden damals zum Museum umgebaut und die Technik der Mühle ist unter Betreuung des Mühlenvereins bis zum heutigen Tag unverändert zu besichtigen.
Noch viel zu tun bis 2013
Allerdings nagt natürlich der Zahn der Zeit an diesem Bauwerk, und trotz sorgfältiger Pflege und regelmäßiger Instandsetzungsmaßnahmen stand der vor allem aus Spenden finanzierte Verein vor einigen Jahren schließlich vor großen Problemen. Zwei Mühlenflügel müssen vor allem wegen eines Sturmschadens komplett erneuert werden, die so genannte Kappe, inklusive ihrer filigranen alten Holz- und Metalltechnik, muss überarbeitet und zum Teil erneuert werden. Auch das Mahlwerk selbst muss restauriert werden.
Vereinsvorsitzender Volker Schmidt-Langfeld machte sich schließlich auf die Suche nach qualifizierten Handwerkern für die Arbeiten und, logisch, nach Geld für deren Finanzierung. Und dabei war er überaus erfolgreich, so dass die Arbeiten bereits in diesem Jahr in Angriff genommen werden konnten. "Komplett fertig werden wir wohl aber erst im nächsten Jahr", so Schmidt-Langfeld. Tischler Martin Pörksen hat jedenfalls reichlich zu tun, um die Arbeiten innerhalb der Mühle bis zum nächsten Jahr abschließen zu können.
Finanziell unterstützt wird das Restaurierungsprojekt durch die AktivRegion Uthlande. Für den AktivRegion-Vorstand ist klar, dass die Mühle in ihrer Bedeutung als Heimatmuseum unverzichtbar für Amrum ist und mit rund 15.000 Besuchern jährlich zu den bedeutendsten kulturhistorischen Insel-Einrichtungen gehört.
Infos: www.amrumer-windmuehle.com

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