Insel-Museum : "Haus der Erinnerung" für Helgoland

Ein Modell von Helgoland veranschaulicht die Topografie der Hochseeinsel. Foto: Sopha
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Ein Modell von Helgoland veranschaulicht die Topografie der Hochseeinsel. Foto: Sopha

Für Wiederaufbau und Militärgeschichte war im Insel-Museum auf Helgoland bisher kein Platz. Die Museumsbetreiber planen Erweiterungen - und hoffen auf die Unterstützung der Aktivregion.

shz.de von
24. Oktober 2012, 07:41 Uhr

Helgoland | Wie Hummerbuden im Miniaturformat sehen sie aus, die Museumshäuschen. Ganz bewusst. "Farbig und fröhlich soll es sein", hatte Jörg Andres beschlossen, als das Helgoländer Museum vor einigen Jahre erweitert wurde. Denn es verfügte über mehr Exponate, als es in dem Haupthaus zeigen konnte. "Die zehn Themenbuden und ein Leuchtturm sind inzwischen eines der meistfotografierten Motive auf der Insel", schmunzelt der Museumsleiter. In zwei der Buden wohnt die Erinnerung an den Schriftsteller James Krüss, in einer anderen wird Franz Schenksky, dem Inselfotografen ein Denkmal gesetzt oder Cassen Eils, dessen Reederei die Insel mit dem Festland verbindet.
Es ist erstaunlich, wie viel große Geschichte(n) die kleine Insel hervor gebracht hat. Und da gibt es noch viel mehr. "Von der Deutschwerdung 1890 bis zum Wiederaufbau 1964 ist noch nichts ausgestellt worden", bedauert Andres. Wenn es nach ihm und dem Förderkreis geht, dann wäre ein "Haus der Erinnerung" genau der richtige Ort für diesen Teil der Geschichte. An einen Anbau an das bestehende Haus haben die Museumsleute gedacht. Ein Bunker könnte für Ausstellungen aktiviert und zu einem militärhistorischen Museum werden. Weil sie die Pläne alleine nicht realisieren können, hoffen die Museumsbetreiber auf die Unterstützung der AktivRegion.

"Viele ältere Menschen fragen nach der Militärgeschichte", weiß Jürgen Geuther, der seit 41 Jahren auf der Insel lebt und lange Jahre den Museumsverein leitete. Vor zwölf Jahren übernahm der Förderverein das Museum, das sonst hätte geschlossen werden müssen. Inzwischen schreibt es schwarze Zahlen - was nicht zuletzt den engagierten Mitarbeitern zu verdanken ist. Und den Bunkerführungen. "Darüber finanzieren wir uns", erklärt Jörg Andres. Die Nachfrage nach einem Gang in die Unterwelt ist gewaltig. Hier harrten die Bewohner aus, als die Engländer nach dem Krieg versuchten, den roten Felsen durch Bombenhagel zu vernichten. Dabei wurden übrigens auch die meisten Glasnegative von Franz Schelsky vernichtet, der das Leben auf dem Eiland fotografische dokumentiert hatte.
"Insel der Photografie" nennt sich Helgoland deshalb. Einer der Gründe, warum das Museum jedes Jahr bekannte Fotografen präsentiert: Linda McCartney, Barbara Klemm oder bis zum 30. Oktober noch "Wilde Zeiten. Fotografien von Günter Zint".
Infos: www.museum-helgoland.de

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