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Draußen Sand und drinnen Puschen

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erstellt am 14.Mär.2013 | 00:00 Uhr

Im Grunde war ein Schultausch verantwortlich für die Misere der Grundschulkinder in Bordesholm. Denn die mussten aus Platzgründen in eine frühere Realschule umziehen, und bekamen daher neben Teppichboden in den Klassenräumen leider auch einen vollversiegelten und gepflasterten Schulhof. „Das war nichts für unsere Grundschüler“, erzählt Bordesholms Amtsdirektor Heinrich Lembrecht, der auch dem Schulverband als Träger der Einrichtung vorsteht. „Der alte Schulhof war wirklich nicht kindgerecht“, betont mit Recht auch die Schulleiterin der Bordesholmer Lindeschule. Zusammen mit Kindern, Eltern und Lehrern wurde schließlich ein Plan entwickelt, der den Pflasterhof in einen kindgerechten Freizeit- und Tobebereich umgestalten soll. Mit Unterstützung des Kieler Garten- und Schulhofgestalters Ingo Wiegand konnte schließlich das Projekt „Ökologische Schulhofgestaltung Lindenschule Bordesholm“ ins Leben gerufen, und in den letzten Jahren auch umgesetzt werden.

Die Idee hinter dieser Umgestaltung setzt dabei völlig neue Maßstäbe in diesem Bereich. Der Schulhof wird nämlich nicht als ausschließliche Spielfläche verstanden, sondern beinhaltet unterschiedlichste Biotope und Lebensräume, die die Umweltbildung und das ökologische Verständnis bei den jungen Schüler fördern. Durch die Schaffung unterschiedlicher Lebensräume auf dem Schulhof wird auch ein Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt geleistet. Schüler, Eltern und Lehrkräfte werden zudem durch die Mitwirkung bei der Gestaltung und Weiterführung des Projekts auf die Gefährdung der biologischen Vielfalt aufmerksam gemacht. Das Erlebnis Natur steht ganz im Vordergrund dieses Projekts. Auf aufwändige Spielgeräte kann dabei verzichtet werden, wobei einzelne Spielelemente wie Schaukeln oder eine Balancierstrecke die motorische Entwicklung der Schüler unterstützen sollen.

Neben dem Planungsbüro und der bauausführenden Firma waren stets auch die Schüler, deren Eltern und die Lehrerschaft beteiligt. Mehrere Aktionstage unterstützten die Entwicklung dieser Neugestaltung.

Insbesondere die Schüler steuerten viele gute Ideen bei. Da seien als Beispiel nur die „Puschen“ genannt. Tatsächlich sorgt so ein offener, mit vielen sandigen und grünen Bereichen angelegter Schulhof natürlich für ein erhöhtes Schmutzaufkommen im Schulgebäude. Um dieses einigermaßen reduzieren zu können, unterstützen die Schulkinder nicht nur regelmäßig die Reinigungsarbeiten, sondern absolvieren die Unterrichtsstunden vor allem in Hausschuhen, die im Eingangsbereich gegen die Schuhe getauscht werden. „Eine sehr gute Idee“, betont auch Schulleiterin Koser.

Man merkt den Kindern an, dass diese innovative Schulhofgestaltung sehr gut bei ihnen ankommt. Das kleine Fußballfeld muss sogar reserviert werden, weil es sonst in jeder Pause überlaufen wäre. Für Schulleiterin Koser und ihren Kollegen ist jedenfalls klar, dass sich der Schulhofumbau gelohnt hat. „Die Schüler gehen jetzt viel ausgeglichener wieder in den Unterricht.“

Wolfgang Henze

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