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Aktivregion Südliches Nordfriesland : Die "Alte Münze" macht Stadtgeschichte erlebbar

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Auch wenn Friedrichstadt nie das Münzrecht hatte: In der "Alten Münze" erfahren Einheimische und Besucher viel Wissenswertes über die Stadtgeschichte.

Es ist sicher von Nachteil, dass die "Alte Münze" einst am Mittelburgwall erbaut worden ist, und in diesen Zeiten daher kaum von den wachsenden Touristenströmen Friedrichstadts, vor allem während der Sommersaison, berührt wird. "Wir hätten sicherlich wesentlich mehr Besucher, wenn die Touristen hier zwangsläufig vorbei kommen würden", ist Christiane Thomsen sicher. Thomsen ist Leiterin der "Alten Münze", in deren Räume sich das Friedrichstädter Stadtmuseum befindet, das erst im Mai dieses Jahres mit einer gänzlich neu gestalteten Dauerausstellung wieder eröffnet worden ist.
Auf drei Etagen, in einem der schönsten Häuser der Stadt, wird man in der "Alten Münze" detailliert in die Friedrichstädter Stadtgeschichte eingeführt. Erbaut wurde das Haus 1626 vom einzigen Statthalter Friedrichstadts, dem Niederländer Adolph von Wael. Ursprünglich wurde es als Speicher genutzt, beherbergt erst sei 1997 das Museum. Ein Münzrecht erhielt Friedrichstadt übrigens nie, von daher ist der einst ein wenig voreilig vergebene Name des Hauses irreführend.
Zeitleiste von 1570 bis in die Gegenwart
Den Besucher erwartet im Museum eine moderne, informative Ausstellung zu den Themenbereichen Stadtgründung, religiöse Vielfalt und Alltagsleben. Der Bereich Stadtgründung befasst sich vor allen mit ihren einstigen Erbauern. Es waren niederländische Glaubensflüchtlinge, die so genannten Remonstranten, die 1621 die Stadt gründeten. Daher stammt auch das niederländisch beeinflusste Stadtbild, aber ebenso auch die tradierte religiöse Toleranz. Angehörige verschiedener Glaubensgemeinschaften kamen in den folgenden Jahrhunderten in die Stadt, darunter Juden, Quäker und Mormonen. Noch heute gibt es in Friedrichstadt, bei etwa 2600 Einwohnern, fünf verschiedene Glaubensgemeinschaften. Remonstranten, Lutheraner, Mennoniten, Katholiken und dänische Lutheraner führen dort ein reges Gemeindeleben.
Der Bereich Alltagsleben beschäftigt sich wesentlich mit Fischerei, der Senfherstellung und dem Einfluss wechselnder Herrschaftshäuser auf das Leben in Friedrichstadt. All dies wird besonders bildlich durch eine Zeitleiste von 1570 bis in die Gegenwart veranschaulicht.
Die neue Dauerausstellung in der "Alten Münze" beinhaltet eine eindrucksvolle Darstellung der Friedrichstädter Stadtgeschichte, und ihr Besuch sollte eigentlich Bestandteil jedes Stadtbesuches sein. Erst danach wird sich Besuchern die Schönheit und Geschichte der einzigen "niederländischen" Stadt Schleswig-Holsteins vollends erschließen.

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erstellt am 13.Sep.2010 | 04:06 Uhr

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