Das „Herz Wagriens“ klingt wieder rein und klar

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Das „Herz Wagriens“ klingt wieder rein und klar

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23. April 2013, 00:00 Uhr

Oldenburg/Holstein | Es war ein Jahrhundertereignis für Oldenburg in Holstein. Neue Bronzeglocken wurden vor zwei Jahren gegossen für St. Johannis, der ältesten Backsteinkirche nördlich der Alpen. Das vor rund 850 Jahren erbaute Wahrzeichen der Halbinsel Wagrien erhielt im Juli 2011 zwei neue Bronzeglocken, nachdem die nahezu einhundert Jahre alten Stahlglocken unmittelbar vor dem Ende ihrer Funktion standen und schon aus Sicherheitsgründen ersetzt werden mussten.

Mit einem großen Festumzug wurden die neuen Glocken am 23. Juli 2011 in Oldenburg begrüßt. Nur 23 Tage zuvor waren sie in der Königlichen Glockengießerei Eijsbout in Asten/Niederlande gegossen worden.

Mit dem wiederhergestellten historischen Geläut von St. Johannis wird nicht nur zu Gottesdiensten, Gebeten und Andachten gerufen, sondern ebenfalls die Pilger auf dem Mönchs- und Jakobsweg begrüßt. Zum weithin hörbaren Geläut der St. Johanniskirche gehörten einst sogar fünf Bronzeglocken. Während des ersten Weltkriegs wurden diese für militärische Zwecke eingeschmolzen und 1921 durch zwei Stahlglocken ersetzt. Die Kirchengemeinde beschloss, die Stahlglocken rund 90 Jahre nach ihrem Einbau durch zwei klassische, klangschöne Bronzeglocken zu ersetzen, um auf diese Weise den ursprünglichen Klang wieder herzustellen, wie er vor 1914 die St. Johanniskirche auszeichnete.

Lange Zeit bemühte man sich, die Gesamtkosten für die neuen Glocken über Spenden und den Verkauf von Miniaturglocken zu erreichen, erklärte Ulrich Nörtemann einst vom Bauausschuss der Kirchengemeinde. Doch erst die Finanzierungsunterstützung aus EU-Mitteln mit Hilfe der AktivRegion Wagrien-Fehmarn machte den Ankauf möglich. Und seitdem klingt die St. Johanniskirche wieder rein und klar wie einst vor 1914.

Wolfgang Henze

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