Aktivregion Südliches Nordfriesland : Baukultur in Tating: Schweizer Haus und Hochdorfer Garten

Das Schweizer Haus in Tating ist einzigartig in Schleswig-Holstein. Foto: Henze
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Das Schweizer Haus in Tating ist einzigartig in Schleswig-Holstein. Foto: Henze

In Tating hat in einem Schweizer Haus ein Café eröffnet: Besucher kommen nicht nur wegen Kuchen und Architektur, sondern auch wegen des besonderen Hochdorfer Gartens.

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20. September 2011, 10:28 Uhr

Tating | Was hat Eierlikörtorte mit Baukultur zu tun? Richtig, eigentlich nichts, aber manchmal eben doch. Beispielsweise in Tating. Im dortigen Café und Restaurant Schweizer Haus ist die Eierlikörtorte vermutlich eine Ursache für den Erfolg des gastronomischen Betriebs. Vor etwas mehr als einem Jahrzehnt gegründet, waren die ersten Jahre doch ziemlich aufreibend, bis das neue Kaffeehaus am Ort etabliert war.
"Die ersten Jahre waren schon schwer", bestätigt daher auch Inhaberin Britta Steinbrück. Aber irgendwann war der Knoten geplatzt und die Gästeschar fing an, kontinuierlich zu wachsen, so dass Britta Steinbrück heute bis zu 25 Torten täglich produziert und in großen Stücken an ihre Gäste verkauft.
Holzhaus im Schweizer Stil
"Und das ist gut so", sagt Hans-Georg Hostrup, "denn der wirtschaftliche Erfolg der Gastronomie sichert auch den Bestand des wunderschönen Schweizer Hauses, in dem sie sich befindet, aber auch den des Hochdorfer Gartens." Hostrup ist Vorsitzender der Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen, und so liegt ihm quasi von Amts wegen der Erhalt des Schweizer Hauses und des umliegenden wunderschönen Geländes am Herzen.
1872/73 ließ der Besitzer der Gutsanlage Hochdorf das Holzhaus im Schweizer Stil als Sommerhaus errichten. An den Längsseiten des einstöckigen Fachwerkgebäudes verläuft eine doppelte Balkenlage als optische Trennung zum Drempel. Das Schweizer Haus in Tating ist heute das letzte seiner Art in Schleswig-Holstein und wurde von 1990 bis 1996 umfangreich saniert.
Gartendenkmal
Der Hochdorfer Garten dahinter kann als das bedeutendste Gartendenkmal bäuerlicher Gartenkultur im Land angesehen werden. Entstanden ist er ab 1764 auf einer Fläche von etwa fünf Hektar, im Zusammenhang mit dem Bau eines neuen Haubargs, als barocker Garten. Vor der Schauseite des Wohnhauses wurde ein vierreihiges Lindenquartier gepflanzt, zwei über 120 Meter lange Alleen rahmten den Garten. Ab 1886 wurde er schließlich um mehrere Obstbaumbereiche erweitert, ab 1900 auch um eine künstliche Ruine, die einem Gemälde von Caspar David Friedrichs nachempfunden sein soll. Als der Besitzer Jacob Richardsen 1905 kinderlos stirbt, geht der Besitz in eine Stiftung ein, deren Ziel es ist, den Garten mit seiner wertvollen Gehölzsammlung "für alle Zeiten" als öffentlichen Dorfpark zu erhalten. Nach langen Jahren des Verfalls wurde der Hochdorfer Garten in den Jahren 1996/1997 schließlich grundsaniert und ist jetzt schöner denn je.
Möglich wurde die Sanierung durch die finanzielle Unterstützung aus Stiftungsmitteln, des Kreises Nordfriesland, des Landesamts für Denkmalpflege, der Stiftung Historisch wertvolle Gebäude in Schleswig-Holstein, sowie aus Mitteln der Regionalförderung. Und bei letzterem kommt auch die AktivRegion Südliches Nordfriesland ins Spiel, die den Erhalt dieses herausragenden Gartendenkmals ebenfalls unterstützt. Für Hans-Georg Hostrup ist klar: "Ohne diese Unterstützung wäre der Erhalt dieses Gartens auf Dauer nicht möglich."

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