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Bäume mit Geschichten

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erstellt am 29.Jan.2013 | 16:22 Uhr

Ratzeburg | Es sind Bürgerinnen und Bürger, die den neuen Landschaftspark am südlichen Ortsrand von Ratzeburg gestalten. Schon bald werden dort auf 15 Hektar Land rund 300 Bäume stehen, von denen ein Großteil bereits gepflanzt worden ist.

Drei Ziele verbinden sich mit dem Konzept der Ökumenischen Stiftung für Schöpfungsbewahrung und Nachhaltigkeit, als Träger dieses Naturschutzprojektes, vorrangig. Neben der Schaffung eines Naherholungsgebietes für die Stadt Ratzeburg, sind dies die Vorhaben dort ein „grünes Klassenzimmer“ einzurichten, um den Artenreichtum der einheimischen Bäume, aber auch von Wiesenkräutern kennen lernen zu können. Zum anderen soll bis zu 300 Stiftern die Gelegenheit geboten werden, mit einer Baumpflanzung ihre ganz persönliche Verbundenheit zur Natur Ausdruck zu verleihen. „Es soll“, betont Pastor Dr. Thomas Schaack von der Stiftung, „ein kulturelles Vermächtnis entstehen, das auf Generationen hinaus über das Verhältnis von Gesellschaft und Natur zu Beginn des 21. Jahrhunderts Auskunft gibt.“ Dazu würden auch die Baumgeschichten, also die persönlichen Gründe für eine Beteiligung, der Stifter gesammelt.

Die Gelegenheit zur Gründung dieses Baumparks ergab sich aus der Notwendigkeit eine Ausgleichsfläche für das Baugebiet Barkenkamp II zu schaffen. Das Projekt selber ist keine gesetzliche Ausgleichsmaßnahme für Eingriffe in die Natur, sondern wird lediglich auf einer Ausgleichsfläche durchgeführt.

„Ohne die Unterstützung der Stadt Ratzeburg und des Kreises hätten wir den Baumpark aber nicht gründen können“, erklärt Pastor Schaack. Stadt und Kreis schufen die rechtlichen Voraussetzungen, der Gründungs-Antrag musste diverse Ausschüsse passieren, und die AktivRegion Lauenburg Nord sorgte für die Anschubfinanzierung.

Rund 250 junge Bäume stehen inzwischen im Baumpark Ratzeburg, die Anlage hat sich in kürzester Zeit zu einem beliebten „Bürgerwald“, noch sind die Bäume ja klein, entwickelt. „Wir freuen uns sehr, dass er so gut angenommen wird und auch die Stifter regelmäßig nach ihrem Baum schauen“, freut sich Thomas Schaack.

Es gibt auch weiterhin vielfältige Möglichkeiten, um an diesem Gemeinschaftsprojekt mitarbeiten zu können. So müssen die Bäume gepflegt und erhalten werden. Gesonderte Pflanzaktionen und Veranstaltungen bedürfen ebenfalls tätiger Mithilfe. Der bereits bestehende  „Freundeskreis Baumpark Ratzeburg“ freut sich ebenfalls über eine wachsende Mitgliederschar. Und letztlich müssen ja auch noch rund 50 Bäume gestiftet und gepflanzt werden. Jeweils am ersten April- und November-Wochenende werden neue Bäume gepflanzt. Privatpersonen können bereits ab 120 Euro ideeller Baumbesitzer werden. Selbst den Pflanzort kann man persönlich aussuchen, und später den eigenen Baum bei seiner ungestörten Entwicklung beobachten und sich eines Tages in seinem Schatten niederlassen, denn der Baumpark ist kein kirchlicher Friedwald, sondern ein Bürgerpark der vor allem der Begegnung von Mensch und Natur dienen soll.

Wolfgang Henze

 

Info

Baumpark Ratzeburg

Tel.: 04541-805877

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