Airport Lübeck in Turbulenzen

Auf dem Flughafen Lübeck in Blankensee dominiert Hauptkunde Ryanair. Aber wie lange noch? Foto: st
Auf dem Flughafen Lübeck in Blankensee dominiert Hauptkunde Ryanair. Aber wie lange noch? Foto: st

Avatar_shz von
22. Februar 2011, 08:14 Uhr

Lübeck | Nach der offenen Kritik des Betriebsrates an seiner Arbeit fordert der Aufsichtsrat des Flughafens die Arbeitnehmervertreter zum Dialog auf. Zugleich weist der Aufsichtsrat darauf hin, dass sich die wirtschaftliche Lage von Airport Lübeck zuspitze.

"Die Firma Infratil hat sich als Mehrheitsgesellschafter an der Flughafen Lübeck GmbH zurückgezogen, das OVG hat einen vorgezogenen Teilausbau des Flughafens Blankensee nicht zugelassen, der Hauptnutzer hat sein Flugangebot von und nach Lübeck fast halbiert und die Geschäftsführung ist neu zu besetzen. Diese Sachverhalte nimmt der Aufsichtsrat zum Anlass, seine Aufgaben zu erläutern", sagt Lutz Lange,

Vorsitzender des Aufsichtsrates.

Die Fakten zeigten, dass sich die wirtschaftliche Lage des Flughafens zuspitze. Es gelte daher vorrangig die Rentabilität zu verbessern und damit den Zuschussbedarf zu reduzieren. Lange: "Dies dient dem Unternehmen sowie der Hansestadt Lübeck und verbessert die Privatisierungschance." Die wettbewerbsrechtlichen Fragen am Flughafen seien aber weiterhin ungeklärt.

Lutz Lange: "Weder ist die Konkurrentenklage von Air Berlin abgeschlossen, noch hat die EU-Kommission in den anhängigen Beihilfeverfahren entschieden. Solange diese Rechtslage besteht, sind die Risiken hieraus unkalkulierbar. Darüber hinaus wird der Handlungsspielraum durch die Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss begrenzt. Diese rechtlichen Grenzen können auch durch einen gültigen Bürgerentscheid nicht überwunden werden."

Das Beispiel der eingestellten Fluglinie nach Girona verdeutliche die Abhängigkeit des Flughafens von seinem größten Kunden. Der Aufsichtsrat bedaure, dass die Geschäftsführung ihre Ämter zum Ende April niederlegt (wir berichteten). "Betriebsrat und Politik hatten jederzeit die Möglichkeit, sich an den Aufsichtsrat zu wenden, um sich sachgerecht zu informieren und in einen konstruktiven Dialog einzutreten. Davon wurde jedoch bedauerlicher Weise kein Gebrauch gemacht", kritisiert der Aufsichtsratsvorsitzende des Flughafens Lübeck, Lutz Lange: "Die Entscheidung über die Zukunft des Flughafens liegt nach wie vor beim Gesellschafter Hansestadt Lübeck, vertreten durch den Bürgermeister und die Lübecker Bürgerschaft.

Dagegen unterliegt der Aufsichtsrat nicht der kommunalverfassungsrechtlichen Bindungswirkung des Bürgerentscheides, sondern haftet im Rahmen des GmbH-Gesetzes", führt Lange weiterer aus und verbindet das mit einem dringenden Appell: "Angesichts der komplexen Aufgaben, die vor uns liegen, appellieren wir bei den absehbaren Meinungsunterschieden zu Sachlichkeit und Vernunft zurückzukehren."

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen