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Ferien in allen Bundesländern : ADAC rechnet mit „schlimmstem Stauwochenende des Sommers“

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Besonders auf den Straßen in Richtung Süden und zur Nord- und Ostsee werden extreme Stausituationen erwartet.

shz.de von
erstellt am 28.Jul.2017 | 14:21 Uhr

Stuttgart/München | Blechlawinen, Staus und Verzögerungen auf den Autobahnen: Darauf stimmen der Auto Club Europa (ACE) und der ADAC die Autofahrer für kommendes Wochenende ein. Es dürfte das „schlimmste Stauwochenende des Sommers“ werden, befürchtet der ACE. Und der ADAC rät daher sogar, nach Möglichkeit aufs Auto besser zu verzichten und unter der Woche, etwa am Dienstag oder Mittwoch zu fahren.

Der versetzte Ferienstart soll verhindern, dass die Straßen durch Urlaubsreisende verstopfen und Unterkünfte in Feriengebieten knapp werden. Trotzdem könnte die Stausituation an diesem Wochenende eskalieren.

Denn nun starten mit Baden-Württemberg und Bayern die letzten Bundesländer in die Sommerferien. So sind Reisende aus allen Bundesländern auf den Fernstraßen unterwegs. Die Hauptreisezeiten sind am Freitag von 13 bis 19 Uhr, am Samstag von 9 bis 17 Uhr und am Sonntag von 11 bis 20 Uhr. Die am meisten belasteten Staustrecken in Deutschland sind vor allem die Verbindungen in den Süden.

So wird die Stausituation in Schleswig-Holstein am Wochenende

In Schleswig-Holstein und Hamburg herrscht auch auf den Fernstraßen zu und von der Nord- und Ostsee und auf der A7 Staugefahr. Laut Michael Milan von der Autobahnpolizei Neumünster wird am Wochenende der „normale Wahnsinn“ herrschen. „Etwas ganz besonderes oder Megastaus erwarten wir nicht, aber dicht wird es auf jeden Fall“, sagt Milan, „Die Strecke zwischen Hamburg und Neumünster ist eine einzige Baustelle und wenn es dann noch zu Unfällen kommt, wird es schlimm.“

Ganz besonders wird es sich laut Milan auf der A7 in Richtung Norden vor dem Autobahnkreuz Rendsburg und im Großraum Neumünster stauen. In Richtung Süden erwartet er nicht ganz so viel Verkehr, aber auch hier staut es sich durch den Reiseverkehr normaler Weise vor Neumünster auf drei bis vier Kilometer.

Ulf Evert, Pressesprecher vom ADAC in Kiel, erwartet am Wochenende wesentlich mehr Verkehr als sonst: „Rund um Hamburg und auf der A7 wird es in beiden Richtungen voll werden,“ sagt er und empfiehlt, sich vor der Abreise genau über die Staulage zu informieren (zum Beispiel über unseren Verkehrsmonitor oder auf der Seite www.straßen-sh.de) und gegebenfalls auf andere Strecken auszuweichen oder bereits in den frühen Morgenstunden in den Urlaub aufzubrechen.   

So wird es im benachbarten Ausland

Für Österreich zeichnen die Autoclubs ein ganz ähnliches Bild: Alle Transitrouten sind höchst staugefährdet - egal ob in nördlicher, südlicher oder östlicher Richtung. Besonders betroffen sind die A 10, A 11, A 12 und weiter im Verlauf die Brennerautobahn A 13 - vor allem ab Freitagnachmittag und Samstag von 9 bis 18 Uhr. Am Sonntag sollten sich die Autofahrer ab dem Vormittag in südlicher Richtung und ab dem frühen Nachmittag Richtung Norden auf zum Teil starke Behinderungen einstellen.

In der Schweiz sind vor allem die Transitrouten in nördlicher und südlicher Richtung Stauschwerpunkte, insbesondere das nördliche Portal des Gotthardtunnels. Dort sei laut ACE fast immer mit Staus und Wartezeiten von bis zu zwei Stunden zu rechnen. Alternativen: der Gotthard-Pass und ab etwa einer Stunde Wartezeit die A 13 (St. Margrethen - Bellinzona), letztere ist zu den Hauptzeiten allerdings auch nicht staufrei.

Auch in Italien und auf dem Weg nach Kroatien müssen Staus und Behinderungen eingeplant werden. An allen Samstagen im Juli und August gilt laut ADAC auf den meisten deutschen Autobahnen von 7 bis 20 Uhr ein erweitertes Fahrverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen.

Stautipps vom Profi

1. Hochzeiten vermeiden: Fahren Sie  zu Zeiten, die sonst nicht viel genutzt werden, also frühmorgens oder spätabends beziehungsweise nachts. Die Straßen sind dann meist  leer, ab zehn Uhr wird es voll.

2. Druck rausnehmen: Egal ob Sie die Schlüsselübergabe am Ferienhaus planen oder eine Fähre erwischen müssen – planen Sie genügend Zeit ein. Wer nicht unter Druck steht, kann eher entspannen – und übersteht  den Stau besser.

3. Pausen machen: Machen Sie unterwegs regelmäßig Halt an Rastplätzen oder fahren Sie sogar ein Stück von der Autobahn ab, um ein Picknick im Grünen zu machen. So übermüdet man nicht so schnell und kann sich die Beine vertreten.

4. Spiele ausdenken: Wenn es in den Urlaub geht, fahren meist auch Kinder mit – und denen wird schnell langweilig. Packen Sie also genügend Beschäftigung ein: Spiele, Malbücher, Kuscheltiere – und zur Not helfen auch altbewährte Klassiker wie Kennzeichen raten oder „Ich sehe was, was du nicht siehst“.

5. Proviant einpacken: Wer bei praller Sonne im Stau steht, droht schnell zu dehydrieren oder zu unterzuckern. Packen Sie deshalb immer ausreichend Getränke und Snacks ein.

6. Die Einstellung: Statt sich zu ärgern, sehen Sie den Weg zum Ziel lieber schon als Ferienzeit. Machen sie lange Pausen an schönen Rastplätzen, packen Sie eine Decke ein, machen sie ein Nickerchen – dann wirkt der Stau weniger schlimm.

(mit dpa)

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