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Skandal beim Automobilclub : ADAC-Anwalt: „Ich habe nichts falsch gemacht“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Doppelfunktion wird zum Fallstrick: Der Schleswiger Anwalt Ulrich Klaus Becker ist ADAC-Vizepräsident – und steht deswegen nun in der Kritik. Dabei fehlt ihm selbst das Verständnis für die Manipulationen des Automobilclubs.

shz.de von
erstellt am 06.02.2014 | 12:00 Uhr

Schleswig | Rücktritt? Nein, der kommt für Ulrich Klaus Becker (61) aktuell nicht in Frage. „Ich habe mir kein Fehlverhalten vorzuwerfen“, sagt der Schleswiger, der als Vizepräsident für Verkehr im ADAC-Bundespräsidium sitzt. Dabei steht in der Affäre rund um den Automobilclub auch Becker in der Kritik. Es geht um seine Doppelfunktion: Der Jurist ist nicht nur ehrenamtlicher Vizepräsident, sondern verdient mit seiner eigenen Kanzlei zugleich Geld als ADAC-Vertragsanwalt. Er vertritt Mitglieder zum Beispiel bei Streitigkeiten nach einem Unfall. Eine rechtlich unzulässige Verquickung von Interessen bestehe jedoch nicht, versichert Becker. „Schauen Sie sich andere Verbände an. Dort gibt es auch Anwälte, die ihre Mitglieder beraten.“ Übrigens sei er bereits seit 1981 als ADAC-Vertragsanwalt tätig. Vizepräsident sei er hingegen erst seit 2007.

Für die „dilettantischen Manipulationen“ bei der Vergabe des Autopreises „Gelber Engel“ fehlt hingegen auch Becker jegliches Verständnis. „Ich habe mir nie träumen lassen, dass sowas passiert.“ Nun gehe es für den ADAC darum, die Glaubwürdigkeit wiederherzustellen. Becker: „Ich möchte dazu beitragen, dass aufgeklärt wird und Missstände beseitigt werden.“

Schmallippig kommentiert Becker indes die umstrittenen Flüge von Club-Präsident Peter Meyer mit einem ADAC-Rettungshubschrauber: „Ich habe einen solchen Flug nie gemacht.“

Was dem Schleswiger nach eigener Aussage besonders zu schaffen macht, ist die Tatsache, dass der ADAC mit positiven Dingen derzeit nicht mehr durchdringt. „Ich möchte nur darauf hinweisen, wie viel wir im Bereich der Verkehrssicherheit machen“, wirbt Becker um Vertrauen. Und auch die Studien zum Verbraucherschutz seien nach wie vor verlässlich.

Becker hofft, dass der ADAC bald wieder aus den Negativschlagzeilen kommt. Und wenn nicht? „Ich bin Teil des Systems“, sagt der Vizepräsident. Versage das Krisenmanagement, könne ein Rücktritt wohl doch noch unausweichlich werden.

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