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Bimöhlen : Absturz von Polizeihubschrauber: Kein Strafverfahren

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Vor einem Jahr stürzte der Polizeihubschrauber ab. Ermittelt wurde wegen fahrlässiger Tötung.

shz.de von
erstellt am 01.Feb.2017 | 20:26 Uhr

Bimöhlen | Im vergangenen Februar stürzte ein Hubschrauber der Bundespolizei auf ein Feld in Bimöhlen (Kreis Segeberg). Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Kiel ihr Ermittlungsverfahren zu dem Unglück eingestellt. „Dem einzigen Überlebenden ist kein strafrechtlicher Vorwurf zu machen“, sagte Oberstaatsanwalt Axel Bieler. „Auch weiteren Personen nicht.“

Der Eurocopter EC 135 hatte bei einem Nachtflug ein Spezialeinsatzkommando am Boden geleitet. In einem seitlichen Schwebeflug, 120 Meter über dem Boden, begann er plötzlich, sich im Uhrzeigersinn um die eigene Achse zu drehen – innerhalb von zwölf Sekunden viereinhalb Mal. Dann schlug er mit hoher Geschwindigkeit auf das Feld. Der verantwortliche Pilot (33) und der Systemoperator (42) starben. Der Co-Pilot (31), der die Maschine geflogen hatte, überlebte.

Die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen fahrlässiger Tötung, beauftragte einen eigenen Gutachter. Auch weil der Verdacht im Raum stand, dass die Crew falsche Handlungsanweisungen für eine solche Notlage erhalten haben könnte.

Knapp ein Jahr arbeitete der Gutachter an seiner Einschätzung. Bieler: „Auf dieser Grundlage stufen wir den Sachverhalt als tragischen Unfall ein. Der Heckrotor zeigte keine Wirkung mehr, und die richtige Reaktion darauf erfolgte nicht schnell genug.“  Bieler betont, dass auch Profis solche fatalen Fehler unterlaufen könnten. Hinweise, dass auf strafrechtlich relevante Weise  falsche Handlungsanweisungen von Seiten der Bundespolizei erteilt worden seien, hätten sich nicht verdichtet.

Warum der Pilot, der weit mehr Flugstunden hatte als der Co-Pilot, nicht eingriff, konnte die Staatsanwaltschaft nicht klären. „Möglicherweise waren die Fliehkräfte schnell so groß, dass überhaupt gar kein Handeln mehr möglich war.“

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