Bordesholm und Hamburg-Nordwest : A7-Baustellen: Dauerregen bremst Straßenbau in SH und Hamburg aus

In Schleswig-Holstein, hier in Kappeln, herrscht Land unter.
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In Schleswig-Holstein, hier in Kappeln, herrscht Land unter.

Nur fünf Tage ohne Regen konnte der November bisher bieten. Deshalb sind viele Baustellen im Verzug und Tempolimits nötig.

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29. November 2017, 09:36 Uhr

Kiel | Regen, Regen, Regen. Weil es in den vergangenen Tagen fast durchgehend Niederschläge im Norden gab, klagen nicht nur die Bauern über Probleme. Auch die Arbeit auf vielen Baustellen im Land verzögert sich. „Weil es so nass ist, können wir nicht wie geplant asphaltieren“, sagt Florian Zettel, Sprecher von Via Solutions Nord, die für den sechsspurigen Ausbau der A7 zuständig ist. Vor allem die Arbeiten am Dreieck Hamburg-Nordwest gingen schleppend voran. „Da hält keine Markierung.“ Auch an einigen Brücken gebe es Verzögerungen. Noch gefährde das nicht den Zeitplan des Ausbaus bis Ende 2018. „Wenn das Wetter aber drei Monate so mies bleibt, ist das vielleicht anders“, so Zettel.

Ein ähnliches Bild gibt es beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr. „Der Regen hat nicht nur den Beginn der Arbeiten verzögert, er vermiest auch die zügige Umsetzung“, sagt der Leiter der Rendsburger Niederlassung, Matthias Paraknewitz, mit Blick auf die A7-Baustelle bei Bordesholm. Auch auf der A1 gibt es Verzögerungen, sodass die Baustelle zwischen Barsbüttel und Stapelfeld statt wie geplant Mitte November jetzt erst zu Weihnachten fertig wird.

Dazu sind an vielen Straßen Restarbeiten – etwa an den Banketten – durch das Wetter nicht fertig geworden, was zu Tempolimits oder verlängerten Baustellen geführt hat. Das liegt vor allem an den vielen Niederschlägen seit dem Sommer.

„Wir haben es mit einer festgefahrenen Wettersituation zu tun“, sagt Meteorologe Sebastian Wache von Wetterwelt in Kiel. „In diesem Jahr gab es deutlich mehr Niederschläge als normal: Allein im Herbst haben sie gegenüber dem Vorjahr um 50 Prozent zugenommen.“ Im November habe es bislang im Norden nur fünf Tage ohne Regen gegeben. Und es wird wohl so schnell nicht besser. In den kommenden Tagen drohen weiter Graupel- oder sogar Schneeschauer.

Der Hausbau gerät jedoch nicht ins Stocken, wie die Sprecherin des Bauindustrieverbandes, Janine Hammler, sagt. „Da müsste schon ein richtiges Unwetter kommen, das uns aufhält.“

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