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Megabaustelle A7 : Lärmschutzdeckel Schnelsen verzögert sich um mindestens ein halbes Jahr

vom
Aus der Onlineredaktion

Drei Lärmschutzdeckel entstehen auf Hamburger Gebiet. Schwieriger Baugrund und eine aufwendiger Vernetzung verzögern den Bau.

shz.de von
erstellt am 08.Nov.2017 | 14:46 Uhr

Hamburg | Bisher lief es auf der Megabaustelle A7 weitgehend reibungslos, doch nun gibt es einen empfindlichen Rückschlag für Planer und Autofahrer. Die Fertigstellung des Lärmtunnels Schnelsen verzögert sich um mindestens ein halbes Jahr, wie der technische Geschäftsführer des privaten Baukonsortiums Via Solutions Nord (VSN), Rainer Goldmann, am Mittwoch angekündigt hat. Statt Ende 2018 könne der komplette, rund 550 Meter lange Lärmdeckel erst „im zweiten Halbjahr 2019“ in Dienst gestellt werden. Genauer mochte sich der VSN-Chef nicht festlegen, womit der Verzug auch bis zu einem Jahr betragen könnte. Goldmann: „Wir werden ein neues, belastbares Enddatum für die Gesamtfertigstellung des Tunnels erst nennen können, wenn wir die erste Röhre im zweiten Quartal 2018 erfolgreich in Betrieb genommen haben.“ 

Es handelt sich um den ersten von drei Lärmschutzdeckeln auf Hamburger Gebiet im Zuge der Autobahnverbreiterung. Derzeit läuft in Schnelsen der Bau der westlichen Röhre, der ursprünglich Ende 2017 abgeschlossen sein sollte, was sich nun aber um drei bis sechs Monate verschiebt. Anschließend beginnt die Errichtung der Oströhre. Nicht betroffen von der Verzögerung ist laut Goldmann die A7-Verbreiterung nördlich von Schnelsen. „Die Arbeiten von der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein bis zum Bordesholmer Dreieck werden planmäßig Ende 2018 fertig sein.“

Die Überdeckelung sei aufgrund mehrerer unerwarteter Probleme ins Stocken geraten, erläuterten die Verantwortlichen und nannten dafür vor allem vier Gründe:

  1. Die Abstimmung mit den anderen beiden Lärmtunneln in Stellingen und Altona ist aufwändiger als gedacht, sagte Kai Oliver Henze, A7-Projektleiter bei VSN. „Alle Tunnel werden von der Leitzentrale des Elbtunnels aus gesteuert, dafür sind allein für Schnelsen 35.000 Datenpunkte zu koordinieren.“
  2. Wegen des schwierigen Baugrunds hätten zudem längere Bohrpfähle gerammt werden müssen.
  3. Auch sei nachträglich eine Ausleuchtung des Tunnelvorfeldes in den Aufgabenkatalog gerutscht.
  4. Schließlich gebe es auch Engpässe bei Lieferanten sowie bei der Anwerbung von Ingenieuren.

Die verspätete Fertigstellung kostet VSN bares Geld. Das Konsortium realisiert den 65 Kilometer langen A7-Ausbau zwischen Schnelsen und Bordesholmer Dreieck im Rahmen eines Öffentlich-Privaten Projekt (ÖPP). Für jeden Tag, den der Abschnitt später übergeben wird, sei mit dem Bund ein Strafgeld von 55.000 Euro vereinbart, räumte Geschäftsführer Goldmann ein. Bei einem Jahr Verzug würden rund 20 Millionen Euro fällig. Allerdings dürfte der Tagessatz der Strafe geringer ausfallen, da einige der Ursachen für die Verschiebung nicht von den Baufirmen zu verantworten sind, wie Sebastian Haß, Abteilungsleiter der Planungsgesellschaft Deges, bestätigte. Dazu gehört unter anderem die Beleuchtung des Vorfeldbereichs.

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