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Bilanz des Baustellenkoordinators : Fuchs: „Der Auftakt des A7-Ausbaus macht Mut“

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Baustellenkoordinator Gerhard Fuchs ist zufrieden mit den ersten Arbeiten – Die neue Stauwarner-App soll Ende Februar fertig sein.

shz.de von
erstellt am 05.Feb.2015 | 09:43 Uhr

Hamburg | Gerhard Fuchs sieht gar nicht aus wie ein Prügelknabe. Entspannt sitzt der 72-Jährige an seinem Schreibtisch im fünften Stock der Wirtschaftsbehörde in der Hamburger Innenstadt. Dabei hat der frühere Staatsrat einen der undankbarsten Posten inne, die Hamburg und Schleswig-Holstein zu vergeben haben. Fuchs ist Verkehrskoordinator der beiden Bundesländer für den Ausbau der A7. Ein Mammutvorhaben mit reichlich Zündstoff. Am Donnerstagvormittag müssen sich Autofahrer auf zusätzliche Behinderungen eintellen. Dann wird die A7 in Fahrtrichtung Flensburg zwischen den Anschlussstellen Owschlag und Jagel voll gesperrt. Die Arbeiten sollen um 10 Uhr beginnen und voraussichtlich bis 15 Uhr dauern. Alle Fahrzeuge müssen die Autobahn während der Sperrung verlassen.

Fuchs soll nicht nur das Vorgehen der vielen beteiligten Behörden und Firmen aufeinander abstimmen. Er ist vor allem der Kümmerer. Der Prellbock für Kritik von Autofahrern, Anwohnern und Wirtschaft, die beim größten Autobahnprojekt des Nordens seit Jahrzehnten kaum ausbleiben kann. Nun aber lächelt der Mann bei der ersten Zwischenbilanz: „Wie ein Sündenbock fühle ich mich überhaupt nicht.“ Der Ausbau sei reibungsloser angelaufen, als von den meisten befürchtet.

Eine der meist befahrenen Autobahnen der Republik wird nördlich des Elbtunnels auf 70 Kilometern bis Bordesholm um je zwei Fahrspuren verbreitert. Hinzu kommt in Hamburg der Bau dreier Lärmtunnel. Zehn Jahre werden bis zur Fertigstellung vergehen, denn gearbeitet wird „unter dem rollenden Rad“: Die Autobahn entsteht komplett neu, ohne dass es zu Vollsperrungen kommen darf, mit Ausnahme einiger Wochenenden und Nächte.

Während in Schleswig-Holstein noch vorbereitende Maßnahmen laufen, herrscht in Hamburg seit Sommer der Ernstfall. Seinerzeit begann der Abriss der Langenfelder Brücke, einer 400 Meter langen Gleisquerung im Zuge der A7 südlich von Stellingen. Dort ist zu besichtigen, nach welchem Grundprinzip der Ausbau überall funktionieren soll. Der gesamte Verkehr läuft über eine Richtungsfahrbahn, während die andere abgebrochen und breiter neu erstellt wird. Dabei, so Fuchs, bleibe die Anzahl der Fahrspuren stets erhalten, auf der Langenfelder Brücke drei je Richtung. „Wir haben aus der Verbreiterung der A1 von Hamburg nach Bremen gelernt.“ Auf der A7 seien deshalb die verbleibenden Baustellen-Fahrspuren um je 50 Zentimeter breiter als dies bei der A1 der Fall war - für Fuchs die wesentliche Erklärung dafür, warum in Stellingen von Stauchaos bisher wenig zu spüren ist.

Hinzu komme eine bewusst langgezogene Verschwenkung der Fahrstreifen, was die Unfallgefahr vermindere. Obwohl im Baustellenbereich Höchsttempo 60 gilt, kommt es dort seltener zu Problemen als erwartet. Fuchs: „Sogar die Hafenwirtschaft lobt uns.“ Auch der ADAC Hansa spricht von guter Organisation.

Eine Premiere kündigt Fuchs für Ende Februar an. Dann werde eine „A7-App“ für Smartphones und Tablets zur Verfügung stehen: „Damit können Autofahrer in Echtzeit die Verkehrssituation erfahren und erhalten Hinweise auf Ausweichrouten.“ Erhoffte Effekte: weniger Autofahrer-Groll bei unverhofften Staus und eine bessere Verteilung der Verkehrsströme. Zudem prüfen die Behörden, ob es direkt an den A7-Auffahrten in Hamburg Ampeln geben soll. Das Vorbild Nordrhein-Westfalen zeige, so Fuchs, dass sich so Überlastungssituationen der Autobahn regulieren ließen.

Solche und etliche andere Einzelmaßnahmen ergäben in der Summe ein optimiertes Baustellenmanagement, befindet der A7-Kümmerer. Für ihn ist dies das bisherige Erfolgsgeheimnis. Fuchs: „Ein Zaubermittel gegen den Stau haben wir jedenfalls nicht.“

Alles zum A7-Ausbau gibt es auf shz.de/a7
 

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