Beginn der Tortensaison : 83 Bauernhofcafés in Schleswig-Holstein machen Appetit aufs Land

Claus Heller ist Präsident der Landwirtschaftskammer.
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Claus Heller ist Präsident der Landwirtschaftskammer.

Allererste Sahne: Die Landwirtschaftskammer stellt den aktualisierten Wegweiser für genussvolle Ausflüge vor.

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18. März 2018, 16:12 Uhr

Beatrix Vieweg ist die Neueste im Bunde. 20 Jahre hat sie als Krankenschwester gearbeitet. „Jetzt möchte ich auch mal was Positives machen und Gesunde bewirten“, sagt die Dithmarscherin. Deshalb wird sie im Sommer in Westerdeichstreich bei Büsum ihr Café „Liten Norrland“ eröffnen: eine Gastronomie durchweg mit schwedischen Spezialitäten in einem eigens dafür errichteten roten Schwedenhaus.

Drei ihrer künftigen Spezialitäten hat Vieweg als buchstäblichen Vorgeschmack mitgebracht: eine Granatsplitter-Punschtorte, Zimtschnecken und eine Art Biskuitröllchen. Daneben türmen sich weitere Premium-Leckereien wie zum Beispiel Himbeer-Baiser-, Marzipan-Mohn-Pflaumen- oder Sanddorntorten.

 

Die Landwirtschaftskammer hat zur Präsentation der jüngsten Fassung eines Dauerbrenners eingeladen: Auf dem Hof Janbeck vor den Toren Geltings im Kreis Schleswig-Flensburg stellt sie mit Torten-Beispielen von sieben Bäckerinnen aus verschiedenen Landesteilen die 16. Auflage ihres Hofcafé-Führers vor. 75.000 Exemplare wurden gedruckt.

Jahr für Jahr, so Kammer-Präsident Claus Heller, erweise sich das Heft als Wegbegleiter für Ausflügler, die auf kulinarischen Spuren einen Hauch von der guten alten Zeit auf dem Land einfangen wollen. Umgekehrt sei die Beliebtheit der Cafés „für den einen oder anderen Hof in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein Weg, mehr finanzielle Sicherheit zu bekommen“, betont Heller.

Claus Heller ist Präsident der Landwirtschaftskammer.
Claus Heller ist Präsident der Landwirtschaftskammer.

83 Cafés und sechs Festscheunen listet der aktuelle Leitfaden auf. Zur Jahrtausendwende zählte er erst 50. „Der Run ist ungebrochen“, weiß Gabriele Harms-Deisinger. Sie ist bei der Landwirtschaftskammer Beraterin für Hofcafé-Betreiberinnen. 20 Anfragen von backfreudigen Gründerinnen verzeichnete sie 2017. 2016 waren es bloß halb so viele. Die Expertin sieht den Trend zum Kaffeetrinken im Bauernhof-Ambiente als Teil der allgemeinen Sehnsuchts-Welle nach ländlichem Flair, die Städter erfasst hat.

„Es sind Lokalitäten, in denen man den Boden unter den Füßen spürt“, sagt Harms-Deisinger. Unverkennbar sei eine „Professionalisierung“. „Früher hat man einfach Omas gute Stube ausgeräumt, heute wird viel mehr Aufwand betrieben.“ Lebensmittelrechtliche und bauliche Vorschriften sowie Brandschutz täten dazu das ihre – „aber die Betriebe merken auch, dass sich mit professionellem Background Geld verdienen lässt.“ Selbst Rücksicht auf Laktose- oder Gluten-Unverträglichkeit sei keine Ausnahme mehr.

Ob Spielscheune oder -platz, Streichelzoo, Ponyreiten, Trampolins oder Obst zum Selberpflücken: Immer typischer wird, dass Interessantes für Kinder zum Kaffee-Ausflug dazugehört. „Das hilft ebenfalls, sich von anderen Anbietern abzuheben“, sagt Harms-Deisinger. Und dass die Kleinen beschäftigt sind, ermuntert die Erwachsenen, gern länger zu bleiben und auch noch ein zweites Getränk oder Stück Torte zu bestellen.

Mit einem Klick zum Hofcafé-Führer gelangen Sie hier.

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