Flutkatastrophe im Süden : 685 Hilfskräfte aus SH mit Ziel Rheinland-Pfalz brechen aus Neumünster auf

Ministerpräsident Daniel Günther verabschiedete die Hilfskräfte in Neumünster
Ministerpräsident Daniel Günther verabschiedete die Hilfskräfte in Neumünster

Der Ministerpräsident dankte den schlewig-holsteinischen Hilfskräften für ihren Einsatz. Hunderte Abschiede im ganzen Land.

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20. Juli 2021, 18:03 Uhr

Neumünster | Mit 184 Einsatzfahrzeuge aus allen Kreisen von Technischem Hilfswerk (THW), Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz, Samaritern und vielen anderen Helfern sammeln sich auf dem Gelände des Gefahrenabwehrzentrums in Neumünster.

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Insgesamt 685 Schleswig-Holsteiner und 184 Fahrzeuge sind von Neumünster aus Richtung Nürburgring aufgebrochen. Sie wollen den Menschen, die von der Flutkatastrophe heimgesucht wurden, helfen.

184 Einsatzfahrzeuge aus ganz SH starteten aus Neumünster in das Katastrophengebiet.
Michael Staudt
184 Einsatzfahrzeuge aus ganz SH starteten aus Neumünster in das Katastrophengebiet.

Neumünsteraner verabschieden ihren Sohn

Mittendrin stehen Hans-Joachim Genz und seine Frau Birgitt aus Neumünster-Einfeld. „Unser Sohn ist beim THW in Kiel und fährt mit“, erzählt ein sichtlich stolzer Vater.

Der 34-jährige Matthias hat seine Eltern erst morgens informiert. „Wir sind sehr stolz auf ihn. Er ist besonnen und umsichtig und weiß schon, was er tut“, sagt seine Mutter. Es ist eine Geschichte die exemplarisch ist für hunderte von Abschieden.

Bis zu fünf Tage Einsatz

72 Stunden sollen die Schleswig-Holsteiner helfen. Die meist ehrenamtlichen Einsatzkräfte könnten bis zu fünf Tage bleiben. Ministerpräsident Daniel Günther kam gestern ebenfalls zum Abschied nach Neumünster. Aber auch der CDU-Politiker musste warten.

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Volker Arp, der einen Zug der Helfer leitete, wies seine Truppe ein. „Wir wissen nicht, auf welche Bedingungen wir da stoßen. Aber wir sind Wikinger. Wir kriegen das hin“, sagt er. Bei diesen Worten musste auch der Landesvater lächeln.

Dank vom Ministerpräsidenten

„Sie sind teil des größten ehrenamtlichen Einsatzes, der jemals aus Schleswig-Holstein kam. Ich kann nur Danke sagen“, so Günther, nachdem Volker Arp seine Einweisung abgeschlossen hatte. Der Dank des Ministerpräsidenten schloss dabei ausdrücklich die Angehörigen der Hilfskräfte und die Arbeitgeber mit ein.

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„Ich wünsche Ihnen alles Gute. Wir sind wahnsinnig stolz auf Sie“, sagte Günther. Welche Aufgaben genau die Schleswig-Holsteiner im Einsatzgebiet übernehmen werden, ist noch unklar. „Es ist eine dramatische Situation. Wir haben gesagt, dass wir anpacken wollen. Ich finde es bewundernswert, wie viele sich freiwillig gemeldet haben“, so Günther.

An den Autobahnbrücken zwischen Neumünster und dem Hamburger Rand hatten Freiwillige Feuerwehren Banner gehängt, um ihren Kollegen Glück zu wünschen.

Mögliche weitere Hilfen

Er verschloss sich auch nicht davor, eventuell den Einsatz zu verlängern oder mehr Kräfte zu schicken. „Das werden wir sehen“, sagte der Ministerpräsident.

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Da aufgrund der Lage vor Ort auf keinerlei Infrastruktur zurückgegriffen werden kann, liegen besonders im Bereich der Logistik, Verpflegung, Hygiene und Unterbringung große Herausforderungen.

Lunchpakete für die Helfer

Deswegen sind auch Einheiten zur Logistik und eigenständigen Verpflegung des Kontingents mit dabei. Zudem werden Betreuer der Psychosozialen Notfallversorgung mit dabei sein. Kurz vor Abfahrt versüßte Edeka Nord ihnen die Reise. Das Deutsche Rote Kreuz und der Katastrophenschutz Neumünster hatten am Morgen angerufen, um sich nach Verpflegung zu erkundigen.

„Wir haben geschaut, ob wir alles im Lager haben und beschlossen die Lebensmittel zu spenden“, sagt Helene Dahlke von Edeka. Etwa eine Tonne Sandwiches und Süßkram standen bereit. Dass nun die Einsatzbereitschaft im Norden nicht mehr gegeben ist, braucht niemand zu befürchten. „Wir haben genug Reserven. Jeder Kreis kann abgedeckt werden“, sagt Helmut Figura, Referent für Katastrophenschutz im Innenministerium.

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