Seenotretter : 58 Menschen aus Nord- und Ostsee gerettet

<p>Von 54 Stationen rücken die Seenotretter in Nord- und Ostsee mit ihren Booten aus.</p>
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Von 54 Stationen rücken die Seenotretter in Nord- und Ostsee mit ihren Booten aus.

2000 Einsätze gab es 2017. Die im selben Jahr eingeführte Sicherheits-App hat bereits fast 11.000 Nutzer.

shz.de von
16. Januar 2018, 14:41 Uhr

Cuxhaven | 58 Menschen haben im letzten Jahr den deutschen Seenotrettern ihr Leben zu verdanken. Sie waren in Nord- oder Ostsee in Not geraten. Insgesamt über 2000 Mal rückten die Einsatzkräfte der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) von einer ihrer 54 Stationen aus, sagte Sprecher Christian Stipeldey am Dienstag in Cuxhaven.

Unter den Einsätzen waren auch spektakuläre: Im November brach in einem Windparkschiff nordwestlich von Helgoland ein Brand im Maschinenraum aus. Die Seenotretter brachten acht Windparktechniker in Sicherheit und schleppten das havarierte Schiff zur Insel. Vor Fehmarn entdeckten die Einsatzkräfte im Juli zwei vermisste Taucher und brachten sie unterkühlt an Land. Im Juni kenterte der Katamaran dreier Segler bei Peenemünde in der Ostsee. Zwölf Stunden lang harrten sie und ihr Hund auf dem havarierten Schiff aus, bis Rettung kam.

Neue Sicherheits-App mit fast 11.000 Nutzern

Für Wassersportler bietet die Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger seit dem letzten Jahr eine Sicherheits-App an. Sie zeichnet über das Smartphone die Route etwa von Kitern oder Kajakfahrern auf. Im Notfall hat die Seenotleitung Zugriff auf den aktuellen Ort des Mobiltelefons.

Einer der fast 11.000 Nutzer ist auch der Hamburger Schauspieler Till Demtrøder, der in diesem Jahr ehrenamtlicher Botschafter der DGzRS und selbst Segler ist. „Ich habe auf meinen Touren schon viele brenzlige Situationen erlebt“, sagte Demtrøder, der vor allem durch seine Rolle als Zivilfahnder Henning Schulz in der TV-Serie „Großstadtrevier“ bekannt wurde.

Dazu gehörten etwa ausgefallene Maschinen und Steuerruder sowie Verletzte, die geborgen werden mussten. „Es ist alles immer glimpflich ausgegangen“, sagte der 50-Jährige. Vor vielen Jahren wurde Demtrøder sogar selbst zum Retter. Er war auf der Hamburger Außenalster unterwegs, als er eine Jolle kentern und einen Mann ohne Schwimmweste bewusstlos im Wasser treiben sah. Er zog den Segler in sein Boot und rettete ihm so das Leben. „Ich habe heute noch Kontakt zu ihm“, sagte Demtrøder. Seit dem Vorfall achte er bei seinen Fahrten als Skipper verschärft darauf, dass alle an Bord eine Rettungsweste tragen.

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