Finanzkontrolle Schwarzarbeit : 3000 neue Zollbeamte: Mehr Mindestlohnkontrollen im Norden

Laut DGB Nord erhält fast jeder zehnte Arbeitnehmer, der Anspruch auf Mindestlohn hat, zu wenig Gehalt.

shz.de von
10. September 2018, 16:00 Uhr

Hamburg/Kiel/Schwerin | Mit mehr Mindestlohnkontrollen soll im Norden verstärkt gegen Betrügereien vorgegangen werden. 3000 neue Stellen sollen entsprechend einer Ankündigung des Bundesfinanzministers bis 2022 bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls eingerichtet werden, um Mindestlohn-Verstößen auf den Grund zu gehen. Laut Deutschem Gewerkschaftsbund Nord vom Montag ist im kommenden Jahr mit mehr Betriebsprüfungen und Bußgeld-Zahlungen in Millionenhöhe zu rechnen.

„Mehr Mitarbeiter beim Zoll werden dafür sorgen, dass häufiger und intensiver geprüft wird. Die Prüfdichte muss gerade in kleinen Betrieben steigen. Stichproben hier und da sind noch keine flächendeckende Kontrolle“, sagt Ingo Schlüter von DGB Nord.

Dem DGB Nord zufolge erhält fast jeder zehnte anspruchsberechtigte Arbeitnehmer in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern nicht den Mindestlohn. Mehr als doppelt so oft seien davon Frauen im Vergleich zu Männern betroffen. Hierdurch müssten die Beschäftigten nach Schätzungen auf mindestens 470 Millionen Euro verzichten. Auch den Sozialkassen entgingen rund 80 Millionen Euro aus den Sozialabgaben der Arbeitgeber.

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