19 junge Talente von drei Kontinenten forschen an der Förde

... aber auch durch Begegnungen Eindrücke gewinnen. Foto: sh:z
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... aber auch durch Begegnungen Eindrücke gewinnen. Foto: sh:z

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06. September 2012, 07:04 Uhr

Flensburg | Jung, schlau, weit gereist: Die 19 Forschertalente, die seit heute eine Woche lang an der ECMI-Summerschool teilnehmen, stammen von drei Kontinenten. Die Abkürzung steht für das European Centre for Minority Issues (Europäisches Minderheitenzentrum), das im Flensburger Kompagnietor sitzt.

"Nationale Minderheiten und Grenzregionen" heißt denn auch das Thema der diesjährigen Sommerschüler und passt zu den Zielen des ECMI: Nach eigener Einschätzung strebt es nach qualitativ hochwertiger Forschung, Politik-relevanten Analysen und danach, die Kooperation im Minderheitsbereich voranzubringen. Voraussetzung zur Umsetzung der Ziele sei auch die Schulung im Bereich des Europäischen Menschenrechtsregimes. Dazu gehören der Schutz von Minderheiten und die Förderung von Minderheitenkultur. Die Summerschool organisiert das Minderheitenzentrum in Kooperation mit der Universität Flensburg, und zwar zum zweiten Mal.

Die diesjährige "National Minorities and Border Regions Summer School" diene dazu die begrifflichen und normativen Ausgangspunkte abzustecken, die unter anderem für Studien im Bereich nationaler Minderheiten in Grenzregionen gelten. Daher nehmen die jungen Forscher auch Beispiele aus verschiedenen Teilen Europas unter die Lupe. Ihr Programm beinhaltet Vorträge internationaler Experten, Lokalpolitiker und Repräsentanten der Minderheitsorganisationen im Grenzgebiet. Der Kurs könne von der Expertise des ECMI profitieren, den Erfahrungen und Kompetenzen im Kosovo und Kaukasus und auch der effektiven Zusammenarbeit zwischen Dänemark und Deutschland zum Thema Minderheiten.

Einleitende Einheiten des Seminars widmen sich unter anderem der Geschichte der deutsch-dänischen Grenzregion, der Wirtschaft und den Medien. Im Verlauf der Summerschool werden die Forscher Konflikt-, Spannungs-, Sprach- und Autonomiegrenzen betrachtet. Die Dozenten und Referenten kommen unter anderem aus Großbritannien, Slowenien, Belgien, Tschechien und der Schweiz. Für die internationalen Gäste sind natürlich auch eine Stadtführung durch Flensburg sowie ein Ausflug nach Glücksburg vorgesehen.

Die Veranstalter betonen, dass die Minderheitsgeschichte aktuell bleibt für Nachwuchswissenschaftler. Territoriale Veränderungen haben die Souveränitätsverhältnisse in den letzten Jahrhunderten verändert. Die Europäische Geschichte sorgte somit für viele nationale Minderheiten in den heutigen Grenzräumen. Aber auch darüber hinaus haben Veränderungen Identitäten und Loyalitäten geprägt, die in Grenzregionen nach wie vor eine wichtige Rolle spielen. Ebenso wie die Beziehungen Konflikquellen sein können, werden sie - zunehmend - geschätzt. Denn sie tragen zum Erhalt kultureller Vielfalt in Europa bei, beeinflussen zwischenstaatliche Verhältnisse positiv. Somit können nationale Minderheiten in Grenzregionen eine Ressource für eine tiefgehende europäische Integration sein - und damit bedeutsam für die Zukunft der Europäischen Union.

Die Abschlussveranstaltung der Sommerschule im Rathaus fällt zusammen mit dem Auftakt zur dreitägigen Konferenz "Autonomy arrangements in the world" am 13. September in Flensburg.

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