LKA-SH: "Falsche Polizeibeamte" zu Haftstrafen verurteilt, die Ermittlungsgruppe "Recall" wird fortgeführt

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12. Juli 2019, 09:53 Uhr

Kiel (ots) - Das Landeskriminalamt hat im Februar 2018 die
Ermittlungsgruppe "Recall" eingerichtet, die im Zusammenhang mit dem
Phänomen des Auftretens "Falscher Polizeibeamter" gezielt gegen
Call-Center-Kriminalität vorgeht.

Landespolizei und Landespräventionsrat hatten unter der
Überschrift "Vorsicht, Abzocke" im vergangenen Jahr eine große
Aufklärungskampagne gestartet, um gerade ältere Bürger über
Betrugsmaschen wie den "Enkeltrick" oder "Falsche Polizeibeamte"
umfassend zu informieren und damit weitere Taten zu verhindern.

Trotz der kontinuierlichen Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit
bewegen sich die Fallzahlen weiter auf hohem Niveau. In diesem Jahr
kam es bisher zu 1.463 Versuchstaten, die der Polizei in
Schleswig-Holstein zur Kenntnis gelangt sind. In 25 Fällen allerdings
gelang es den Betrügern, Bürgerinnen und Bürger davon zu überzeugen,
ihnen zum Teil erhebliche Summen Bargeld und Wertgegenstände
auszuhändigen.

In einem Pressegespräch haben Vertreter der Ermittlungsgruppe
"Recall" und der Staatsanwaltschaft Kiel am 03.04.19 im
Landeskriminalamt erste Ermittlungsergebnisse vorgestellt.
Zwischenzeitlich trägt die intensive Ermittlungsarbeit spürbar
Früchte. So kam es mittlerweile zu ersten Verurteilungen in von der
"EG Recall" geführten Verfahren.

Seit April 2018 wurden Ermittlungen gegen ein Callcenter in der
Türkei geführt, welches sich darauf spezialisiert hatte, die
Geschädigten dazu zu bringen, vermeintliches Falschgeld per Post an
eine angebliche "Kriminaltechnik" zu schicken. Bei der
Empfängeranschrift handelte es sich allerdings um einen "toten
Briefkasten". Ein Geldabholer und ein im Hintergrund agierender so
genannter Logistiker konnten als Täter ermittelt werden. Die beiden
41-jährigen wurden inzwischen zu Freiheitsstrafen von 1 Jahr ohne
Bewährung und 3 Jahren verurteilt.

Bereits im Oktober 2017 übergab ein 88-jähriger Geschädigter aus
Norderstedt EUR 185.000,- an angebliche Polizeibeamte. In diesem
Fall konnten zwei 26- und 31-jährige Geldabholer aus Niedersachsen
ermitteln werden. Sie wurden für diese Tat zu einer Freiheitsstrafe
von 2 Jahren und 3 Monaten und zu einer Geldstrafe verurteilt. Ein
33-jähriger Logistiker wurde für diese Tat zu einer Freiheitsstrafe
von 2 Jahren und 10 Monaten verurteilt.

Im März 2018 übergaben eine 84-jährige Geschädigte aus Kiel
Goldschmuck im Wert von über EUR 100.000,- und ein Rentnerpaar aus
Kiel Goldbarren und Goldmünzen im Wert von ebenfalls über EUR
100.000,- an angebliche Polizeibeamte. Zwei 23- und 26-jährige
Geldabholer konnten ermittelt werden. Sie wurden zu Freiheitsstrafen
von 2 Jahren und 8 Monaten bzw. 2 Jahren und 4 Monaten verurteilt.
Ein 26-jähriger Logistiker wurde zu einer Freiheitsstrafe von 4
Jahren und 4 Monaten verurteilt.

Die erfolgreiche Arbeit der "EG-Recall" wird fortgesetzt. Der
Auftrag der Ermittlungsgruppe im LKA mit Unterstützung der
Polizeidirektionen in Schleswig-Holstein wurde zunächst um ein
weiteres Jahr verlängert und sie wurde um ein zusätzliches
Ermittlungsteam erweitert.




Rückfragen bitte an:

Landeskriminalamt Schleswig-Holstein
Uwe Keller
Telefon: 0431/160-4012
E-Mail: Presse.Kiel.LKA@Polizei.LandSH.de

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