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Traumschiffe als Luftverpester : Nordminister wollen Dieselbremse für Kreuzfahrtschiffe

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Kreuzfahrer lassen im Hafen ihre Diesel laufen, selbst wenn sie Landstrom nutzen könnten. Dieser ist aber teuer.

shz.de von
erstellt am 13.Nov.2017 | 13:00 Uhr

Kiel/Hamburg | Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck strebt mit seinen norddeutschen Kollegen eine klare Verringerung der Schadstoffausstöße durch Kreuzfahrtschiffe in den Häfen an. Gemeinsam mit Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Bremen will sich der Grünen-Politiker bei der Umweltministerkonferenz für zusätzliche Anreize einsetzen, damit die Schiffe im Hafen den Motor abstellen.

Sie sollen dort mit Strom aus Erneuerbaren Energien oder wenigstens mit umweltfreundlicheren Kraftstoffen als Schiffsdiesel versorgt werden. „Dass Schiffe im Hafen Dieselmotoren laufen lassen, ist schlecht für die Luft und fürs Klima und nicht mehr zeitgemäß“, sagte Habeck am Montag.

Viel sinnvoller und umweltfreundlicher sei es, Strom aus Erneuerbaren Energien zu nutzen. „Die Landstromversorgung sollte Standard werden“, sagte Habeck vor der Umweltministerkonferenz in Potsdam, die an diesem Donnerstag beginnt. Bisher gibt es keine Anreize für Hafengesellschaften, alternative Stromversorgungsformen zu nutzen.

Selbst bestehende Einrichtungen werden nur wenig genutzt, da der Strom vom Land wesentlich teurer ist als der Strom, den die Schiffe mit ihren Dieselmotoren selbst erzeugen.

Nach Vorstellung der norddeutschen Umweltminister soll zum einen die EEG-Umlage für Landstrom verringert werden, zum Beispiel in Anlehnung an die Ermäßigung für Schienenbahnen, die 20 Prozent der Umlage zahlen. Auch die Hafengesellschaften könnten zur Luftreinhaltung beitragen, indem sie beispielsweise für Schiffe, die alternative Formen der Stromversorgung nutzen, die Hafengebühren reduzieren.

Außerdem muss sich die Bundesregierung nach Ansicht der norddeutschen Umweltminister dafür einsetzen, dass in Hoheitsgewässern der EU-Staaten einheitliche Umweltstandards für Schiffsemissionen gelten.

Dies könne etwa dadurch erreicht werden, dass in EU-Gewässern einheitlich die in den Schwefelemissions-Überwachungsgebieten geltenden Maximalwerte für Schwefelgehalt in Schiffsbrennstoffen eingehalten werden müssen.

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