Klima : Thunberg kommt zur Fridays for Future-Demo nach Hamburg

Greta Thunberg, Klimaaktivistin, schaut in die Ferne. /dpa
Greta Thunberg, Klimaaktivistin, schaut in die Ferne. /dpa

Sie ist die Ikone der Fridays for Future-Bewegung: Greta Thunberg. Nach Auftritten vor der UN in New York und beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos kommt die Schwedin in einer Woche erneut nach Hamburg.

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14. Februar 2020, 06:31 Uhr

New York, Davos, Hamburg: Greta Thunberg wird am 21. Februar nach Deutschland kommen und in der Hansestadt kurz vor der Bürgerschaftswahl an der Fridays for Future-Demonstration teilnehmen. «Der Besuch von Greta Thunberg zeigt, dass Fridays for Future sich genauso wenig wie die Klimakrise an Landesgrenzen hält und Hamburg an dem Tag im Fokus der europäischen Aufmerksamkeit stehen wird», sagte Mitorganisator Arnaud Boehmann. Die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft am 23. Februar sei keine regionale Sache, sondern ein ganz entscheidender Akzent für Klimapolitik deutschlandweit. Es wäre der zweite Besuch Thunbergs in Hamburg.

Zu der Klima-Demonstration am 21. Februar werden 30 000 Teilnehmer erwartet. Start ist am Heiligengeistfeld, danach wollen die Demonstranten über den Rathausmarkt, Jungfernstieg und Gänsemarkt durch die Innenstadt ziehen. Thunberg werde eine Rede halten, außerdem werde die Hamburger Hip-Hop-Gruppe Fettes Brot auftreten. Vor fast genau einem Jahr - am 1. März - hatte die schwedische Klimaaktivistin das erste Mal an einem Klimastreik in Hamburg teilgenommen. Beim bislang größten globalen Klimastreik in Hamburg am 20. September gingen rund 70 000 Menschen rund um die Binnenalster auf die Straße, die Veranstalter sprachen von 100 000 Teilnehmern.

Der Klimaplan, den der rot-grüne Senat in Hamburg vorgelegt habe, sei nicht kompatibel mit dem Pariser Klimaabkommen und dem Ziel, die globale Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen. «Wir fordern eine konsequente Klimapolitik, mit der wir es noch schaffen, das Steuer herumzureißen», sagte Boehmann. «Das vermissen wir aktuell noch. Wir sehen erste Schritte, wir sehen gute Ansätze, aber es ist nach wie vor unzureichend.» Der Hamburger Klimaplan ziele ebenso wie der Klimaplan der Bundesregierung auf eine Klimaneutralität 2050 ab - das sei aus wissenschaftlicher Sicht zu spät, die Klimaneutralität müsse bereits 2035 erreicht werden.

Hamburg habe unglaubliches Potenzial, Vorreiter für einen effektiven Klimaschutz zu werden. «Wenn Hamburg es nicht schafft, bis 2035 klimaneutral zu werden, dann schafft das keiner. Dann können wir das auch nicht von anderen Ländern erwarten», sagte Boehmann. «Wenn wir alle versuchen, in der letzten Minute klimaneutral zu werden, dann sendet das fatale Signale in die Welt.» Der Kampf, der im globalen Süden geführt werde, sei um Wesentliches härter. «Den Menschen dort dürfen wir nicht in den Rücken fallen, indem wir unsere CO2-Budgets bis zur letzten Sekunde ausreizen», meinte der Klimaaktivist.

Die wichtigste Maßnahme, um das 1,5 Grad-Ziel zu erreichen, sei ein rascher Ausstieg aus der Kohle - in Hamburg möglichst bis 2025. «So schnell wie möglich aus den fossilen Brennstoffen raus und die erneuerbaren Energien so nutzen, wie wir können und sie so ausbauen, wie wir müssen», forderte Boehmann. Außerdem brauche Hamburg dringend eine Verkehrswende. «Wir sehen es jeden Tag: Die S-Bahnen fallen aus, die Innenstadt ist mit Autos verstopft.» Der öffentliche Nahverkehr müsse ausgebaut und gleichzeitig günstiger werden. Außerdem sollte der Flugverkehr und die Schifffahrt bis 2035 klimaneutral werden.

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