Prozesse : Stutthof-Prozess: Erklärung von Überlebendem erwartet

Der Angeklagte wird in den Gerichtssaal gebracht. /dpa/Archivbild
Der Angeklagte wird in den Gerichtssaal gebracht. /dpa/Archivbild

Im Hamburger Prozess gegen einen früheren Wachmann im KZ Stutthof soll heute eine schriftliche Erklärung eines norwegischen Überlebenden verlesen werden. Der Sohn dieses Zeugen werde anwesend sein, erklärte die Gerichtspressestelle. Außerdem solle erneut der Historiker Stefan Hördler zu Wort kommen. Der Experte für die nationalsozialistischen Konzentrationslager hat ein Gutachten für den Prozess erarbeitet. Das Gericht hat Hördler bereits zweimal gehört. Einen Befangenheitsantrag der Verteidigung gegen den Sachverständigen hatte die Kammer zurückgewiesen.

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24. Januar 2020, 00:42 Uhr

Der 93 Jahre alte Angeklagte soll von August 1944 bis April 1945 im Konzentrationslager Stutthof bei Danzig als Wachmann im Einsatz gewesen sein. Ihm wird Beihilfe zum Mord in 5230 Fällen vorgeworfen. Er soll «die heimtückische und grausame Tötung insbesondere jüdischer Häftlinge unterstützt» haben. Zu seinen Aufgaben habe es gehört, die Flucht, Revolte und Befreiung von Gefangenen zu verhindern. Der Fall wird vor der Jugendstrafkammer verhandelt, weil der Beschuldigte zur Tatzeit 17 bis 18 Jahre alt war.

Der Prozess läuft seit Mitte Oktober. Bislang gab es 14 Verhandlungstage, die wegen des Alters des Angeklagten auf zwei Stunden begrenzt sind. Das Gericht hat 17 weitere Termine bis zum 15. Mai angesetzt.

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