Migration : Schleswig-Holstein bei Start der Ankerzentren nicht dabei

An der Pilotphase der sogenannten Ankerzentren für neu ankommende Flüchtlinge wird sich Schleswig-Holstein nicht beteiligen. «Wir warten die Erprobungsphase in anderen Bundesländern ab und werden danach die Ergebnisse eingehend auswerten und dann eine Entscheidung treffen», sagte Ministeriumssprecher Dirk Hundertmark am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Das habe die Landesregierung aus CDU. Grünen und FDP so entschieden.

shz.de von
18. Mai 2018, 14:37 Uhr

Auf Bundesebene hatten Union und SPD im Koalitionsvertrag sogenannte Ankerzentren vereinbart. Demnach sollen Flüchtlinge in Großunterkünften bis zum Abschluss ihrer Asylverfahren untergebracht und nicht mehr quer über das Land verteilt werden. Wer nicht als Flüchtling anerkannt wird, soll direkt aus dem Zentrum abgeschoben werden.

Schleswig-Holstein wolle bis Ende der Erprobungsphase in anderen Ländern weiter nach dem im Norden praktizierten Konzept mit den beiden bestehenden Erstaufnahmeeinrichtungen in Neumünster und Boostedt vorgehen, sagte der Ministeriumssprecher. Außerdem liefen die Pläne für eine gemeinsame Abschiebehafteinrichtung mit Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern in Glückstadt. Unterstützung erwarte das Land dringend vom Bund im Hinblick auf eine zu verbessernde Kooperation der Herkunftsländer, zum Beispiel bei der schnellen Beschaffung von Ersatzpapieren für Ausreisepflichtige. «Außerdem warten wir gespannt auf Vorschläge des Bundes zur Beschleunigung der Asylverfahren», sagte der Sprecher.

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