Schulen : Scharfe Kritik an Schließung von katholischen Schulen

Eine Gruppe Hamburger Unternehmer hat die Entscheidung des Erzbistums Hamburgs zur Schließung von sechs Schulen scharf kritisiert. Die finanziellen Gründe für die Schließung seien nur vorgeschoben, wird der Gründer der Steakhouse-Kette Block House, Egon Block, vom Magazin «Stern» (Donnerstag) zitiert. Das Bistum rechne sich ärmer, als es ist: Die Pensionsverpflichtungen in der kirchlichen Bilanz seien zu hoch bewertet, die 800 Immobilien der Kirche hingegen zu niedrig. Neben Block engagieren sich laut «Stern» der Eigentümer der Drogeriekette Budnikowsky, Cord Wöhlke, und verschiedene Elternvertreter für die Schulen.

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16. Oktober 2019, 16:45 Uhr

Die Immobilien seien gesetzeskonform bewertet, sagte der Sprecher des Erzbistums, Manfred Nielen, der Deutschen Presse-Agentur. Das Bistum habe dabei keinen Ermessensspielraum. Auch müsse man neben den steigenden Pensionsverpflichtungen den Investitionsstau beim Gebäudebestand von mehr als 200 Millionen Euro beachten.

Die Überschuldung des Erzbistums Hamburg belief sich den Angaben zufolge im zuletzt veröffentlichten Jahresabschluss 2017 auf 83 Millionen Euro. 2018 werde in ähnlicher Größenordnung liegen, hieß es vom Bistum. Deshalb hatte die Kirche im Januar 2018 angekündigt, bis zu 8 ihrer 21 Schulen schließen zu wollen. Zwei der bedrohten Schulen in Harburg und Barmbek konnten aufgrund eines Spendenaufrufs gerettet werden, so dass nun noch sechs Schulen dicht gemacht werden sollen.

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