Prozesse : Raub aus Geldtransporter: Ankläger fordert lange Haftstrafen

Eine Bronzestatue der Justitia steht in Frankfurt am Main. /Archiv
Eine Bronzestatue der Justitia steht in Frankfurt am Main. /Archiv

Sie hatten nur kurz Freude an der Millionenbeute aus einem Geldtransporter. Jetzt sollen die mutmaßlichen Diebe auf Antrag der Staatsanwaltschaft jahrelang in Haft.

shz.de von
09. November 2018, 14:36 Uhr

Im Prozess um den Raub von 2,4 Millionen Euro aus einem Geldtransporter hat der Ankläger am Freitag vor dem Kieler Landgericht mehrjährige Haftstrafen für die mutmaßlichen Täter gefordert. Der 41 Jahre alte Fahrer solle für sechs Jahre, sein 48 Jahre alter mitangeklagter Komplize fünf Jahre und neun Monate ins Gefängnis, sagte Staatsanwalt Florian Müller-Gabriel.

Beide Angeklagten hätten sich des gemeinschaftlichen Diebstahls mit Waffen schuldig gemacht, als sie am 24. Januar bei einem Stopp auf der Autobahnraststätte Kirchbarkau den rund 100 Kilogramm schweren und einen Kubikmeter großen Geldbehälter in einen angemieteten Transporter umgeladen hätten, sagte der Staatsanwalt. Das Geld deponierten die Männer danach in eigens dafür angeschaften Autos und Wohnwagen, die sie dann immer wieder aufgesucht hätten. Es wurde bei Durchsuchungen im März gefunden und - bis auf 87 000 Euro - der Sicherheitsfirma zurückgegeben.

Beide Männer legten erst im Prozess Geständnisse ab. Der Ankläger bezeichnete diese allerdings «als in wesentlichen Teilen bewusst unwahr». Insbesondere sei gelogen, dass der Beifahrer in die Tat eingeweiht gewesen sei und dafür habe Geld erhalten sollen, sagte Müller-Gabriel. Der Mann war bei dem vorschriftswidrigen Zwischenstopp des Geldtransporters auf der Raststätte kurz Kaffee trinken. Schon eine Kriminalbeamtin hatte den Beifahrer nach Auswertung wochenlanger Überwachung im Prozess entlastet.

Ein «nicht zu knappes Mitverschulden» sah der Staatsanwalt dagegen bei der Sicherheitsfirma, die den Angeklagten die Tat leicht gemacht habe. So war in der Einsatzzentrale nicht der sogenannte Bundesbank-Modus für das Fahrzeug aktiviert worden, der während des Millionen-Transports von Hamburg nach Kiel ein Öffnen der Heckladeklappen unmöglich gemacht hätte. Das Urteil soll am 20. November (1430 Uhr) verkündet werden.

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