Prozesse : Psychiater: 70-jähriger Bankräuber hat narzisstische Störung

Die Nachbildung der Justitia steht neben einem Holzhammer und Akten. V. Hartmann/Archiv
Die Nachbildung der Justitia steht neben einem Holzhammer und Akten. V. Hartmann/Archiv

Der in Hamburg vor Gericht stehende Bankräuber hat nach Angaben eines psychiatrischen Gutachters eine narzisstische Persönlichkeitsstörung. Die Schuldfähigkeit des 70-jährigen sei aber nicht eingeschränkt. «Der Narzisst liebt sich selbst am meisten, weil er nicht geliebt wird», erklärte der Sachverständige Christoph Lenk am Mittwoch vor der Strafkammer am Landgericht. Es bestehe aus heutiger Sicht das Risiko, dass der Angeklagte weitere Banküberfälle begehen könnte. Sollte das Gericht in seinem Urteil eine Sicherungsverwahrung anordnen, müsste diese Maßnahme später überprüft werden. Es gebe Anzeichen, nach denen der Angeklagte an Demenz erkranken könnte.

shz.de von
14. August 2019, 13:05 Uhr

Dem 70-Jährigen werden insgesamt drei Überfälle auf Hamburger Sparkassen vorgeworfen. Bei einer der Taten am 12. Januar 2017 schoss er auf einen Mitarbeiter der Filiale an der Holstenstraße und verletzte ihn schwer. Für den 45-Jährigen bestand damals potenzielle Lebensgefahr. In der Anklage geht es darum nicht nur um schwere räuberische Erpressung, sondern auch um versuchten Mord. Der Senior hat die Überfälle und auch den Schuss zugegeben, eine Tötungsabsicht aber bestritten.

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