Wirtschaftspolitik : Ministerpräsident bekennt sich klar zum Marineschiffbau

Das deutsche U-Boot «U 31» auf dem Gelände der Werft «Thyssen Krupp Marine Systems» (TKMS) in Kiel. /Archiv
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Das deutsche U-Boot «U 31» auf dem Gelände der Werft «Thyssen Krupp Marine Systems» (TKMS) in Kiel. /Archiv

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat die Unterstützung der Landesregierung für den Marineschiffbau bekräftigt. Bei einem Besuch der Werft ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) sagte der CDU-Politiker am Donnerstag, die Regierung tue alles, um die Arbeitsplätze in diesem Bereich zu halten. Günther informierte sich bei TKMS über den Über- und Unterwasserschiffbau, in dem in Kiel fast 3000 Beschäftigte arbeiten.

shz.de von
17. Mai 2018, 19:06 Uhr

Konkret setzte er sich für zwei Großprojekte ein. So müsse das mit Norwegen vereinbarte U-Boot-Vorhaben auch umgesetzt werden. Es sieht unter anderem vor, in Kiel vier U-Boote für Norwegen und zwei für die deutsche Marine zu fertigen. «Unsere klare Forderung ist, und das habe ich auch gegenüber dem Verteidigungsministerium deutlich gemacht: Da darf jetzt nicht gewackelt werden.» Er gehe davon aus, dass eine dazu vorliegende Streichliste am Ende nicht zum Tragen kommt, sagte Günther. Allein Norwegen hat für sein U-Boot-Paket umgerechnet 4,3 Milliarden Euro eingeplant.

Günther plädierte zudem dafür, auch TKMS in den geplanten Bau des Mehrzweckkampfschiffs MKS 180 für die deutsche Marine einzubeziehen. Bisher ist hier neben weiteren Werften nur die Kieler Nachbarwerft German Naval Yards im Rennen. Ihm sei deutlich geworden, wie wichtig das Projekt auch für TKMS wäre, sagte Günther. Möglichst viele Unternehmen aus dem Land sollten hier mit zum Zuge kommen.

Wie gut die Chancen für TKMS seien, könne er nicht genau abschätzen, sagte Vorstandschef Rolf Wirtz. TKMS könne mit seinen Kernfähigkeiten in der Systemintegration einen wichtigen Beitrag zu einem solchen Projekt leisten. Wirtz dankte Günther für dessen Engagement. «Für uns ist das hier ein sehr, sehr wichtiges Unternehmen», sagte Günther.

Derzeit baut TKMS unter anderem mit der Lürssen-Werft vier Fregatten für die deutsche Marine. Außerdem ist das Unternehmen gemeinsam mit German Naval Yards und Lürssen am Bau von fünf Korvetten für die deutsche Marine beteiligt. In den Auftragsbüchern stehen auch bis 2021 zwei weitere U-Boote für Ägypten und vier für Singapur.

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