Parteien : Medienrummel um CDU-Bundesparteitag zur Merkel-Nachfolge

Absperrgitter werden vor den Messehallen in Hamburg abgeladen.
Absperrgitter werden vor den Messehallen in Hamburg abgeladen.

Nach mehr als 18 Jahren unter der Führung von Angela Merkel wird die CDU sich am Freitag in Hamburg eine oder einen neuen Vorsitzenden wählen. Klar, dass viele Medien über dieses historische Ereignis berichten wollen. Der Andrang ist enorm.

shz.de von
05. Dezember 2018, 17:54 Uhr

1001 Delegierte, mehr als 1000 Gäste und 1800 akkreditierte Journalisten aus aller Welt - der CDU-Bundesparteitag, bei dem nach mehr als 18 Jahren im Amt am Freitag in Hamburg ein Nachfolger für die Parteivorsitzende Angela Merkel bestimmt werden soll, sprengt in vielerlei Hinsicht die Dimensionen.

Medienvertreter aus ganz Europa, Asien und Nordamerika wollen über den historischen Wechsel berichten. «Liveschalten sind zum Beispiel nach Dänemark, Schweden, Norwegen, Österreich, Estland, die Niederlande und die USA geplant», sagt Henrik Bröckelmann von der CDU-Pressestelle. Im Plenarsaal in den Hamburger Messehallen seien dafür 16 kleine Studios - sogenannte Aufsagerplätze - eingerichtet worden. «Der Parteitag ist am Freitag in allen großen Nachrichtensendungen Europas Thema.»

Schon am Donnerstagnachmittag treffen die Parteigremien in Hamburg zusammen. Zuvor wird Merkel in der Messe das letzte Mal den sogenannten Hallenrundgang machen und als Parteichefin eine Parteitags-Location in Augenschein nehmen. Danach kommt zunächst das Präsidium im Hotel Atlantic zu einer Sitzung zusammen. Eine Stunde tagt dort dann der gesamte Parteivorstand.

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer - aussichtsreiche Kandidatin auf die Merkel-Nachfolge und parteiintern häufig nur AKK genannt - wird schon am Donnerstagmorgen das Altonaer Kinderkrankenhaus besuchen - AKK im AKK also.

Ihre Mitbewerber Friedrich Merz und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wollen die Visite in der Hansestadt nach Angaben ihrer Sprecher hingegen nicht mehr für öffentliche Termine außerhalb des Gremien- und Parteitagsgeschehens nutzen - anders als die Bundesminister Julia Klöckner und Peter Altmaier. Während die Landwirtschaftsministerin in Eppendorf einen Öko-Wochenmarkt besucht, wird der Wirtschaftsminister sich die Lufthansa Technik Basis am Hamburger Flughafen anschauen.

Hamburgs CDU-Chef Roland Heintze sieht die Hansestadt als Plattform für einen Aufbruch seiner Partei. «Es wird nicht nur ein Parteitag mit einer relevanten Personalentscheidung, sondern es wird auch eine inhaltliche Weichenstellung für die CDU Deutschlands.» Er wird es auch sein, der am Freitag als Versammlungsleiter das Abstimmungsergebnis verkünden wird.

Vor der Messe wollen am Freitag Umwelt- und Friedensaktivisten die Delegierten empfangen. Nach Angaben der Polizei sind eine Mahnwache zur politischen Verantwortung beim Kohleausstieg und eine Kundgebung unter dem Motto «Abrüsten statt aufrüsten» vor den Messehallen angemeldet. Zur Abrüstungs-Kundgebung aufgerufen haben der DGB und Verdi - erwartet werden 125 Teilnehmer, die Mahnwache soll noch deutlich kleiner ausfallen.

Auch deshalb geht die Polizei von einem friedlichen Verlauf aus, ist aber nach eigenen Angaben mit angemessenen Kräften im Einsatz, um für einen störungsfreien Ablauf des Parteitags zu sorgen.

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