Agrar : Landesweiter Schafmarkt in Husum: 666 Tiere suchen Schäfer

Schafe der Rasse Texel stehen auf einer Auktion. /Archivbild
Schafe der Rasse Texel stehen auf einer Auktion. /Archivbild

Die Veranstalter sagen, es sei die größte Schafbockauktion bundesweit: Aus ganz Deutschland kommen Züchter nach Husum, um Zuchtböcke und -Schafe zu ersteigern.

shz.de von
14. August 2019, 13:00 Uhr

Der landesweite Schafmarkt hat am Mittwoch in den Husumer Messehallen begonnen. Bis Sonnabend werden nach Angaben des Landesverbands der Schafzüchter 666 Schafe prämiert und anschließend versteigert. Züchter können in Husum bereits ab 250 Euro ein Schaf ersteigern. Wer jedoch einen Preisträger mit nach Hause nehmen will, muss deutlich mehr zahlen. Im vergangenen Jahr habe ein Züchter für ein prämiertes Tier erst bei 2650 Euro den Zuschlag bekommen, sagte Landesverbandsgeschäftsführerin Janine Bruser.

Der Husumer Schafmarkt gilt bundesweit als größter Viehmarkt seiner Art. Er lockt jedes Jahr zahlreiche Züchter aus ganz Deutschland an die Nordsee. Neben Schafen und Böcken der Rasse Texel stehen unter anderem Landschafrassen zum Verkauf. Schleswig-Holstein gilt nach Angaben des Landesverbandsmit seinen derzeit rund 190 000 Schafen als drittgrößtes Schafland in Deutschland. Nur in Bayern und Baden-Württemberg blöken mehr Tiere.

Schleswig-Holsteins Schafe grasen nicht nur, um Fleisch anzusetzen oder Milch zu geben. Viele Tiere würden im Küstenschutz eingesetzt, sagte Bruser. Ihre Weide ist der Deich. Dort «pflegen» sie mit ihrem Maul und mit ihren Hufen die Gras-Hülle. Sie beißen das Gras ab, ohne die Graswurzel zu beschädigen, und treten gleichzeitig den Boden fest, ohne dass Löcher entstehen. Damit halten sie Wühlmäuse oder andere Schädlinge in Grenzen und verhindern so ein Ausspülen des Deichs bei Sturmfluten. Die «Küstenschutz-Schafe» gelten als Wahrzeichen der Nordseeküste.

Das Schaf zählt zu den ältesten Haustieren der Menschen. Schon in der Jungsteinzeit diente das sogenannte Torfschaf als Fleisch- und Milchlieferant. In Deutschland waren sie als Wolllieferanten bis Mitte des 18. Jahrhunderts mit insgesamt rund 30 Millionen Schafen einer der wichtigsten Tierhaltungszweige. Der Verfall der Wollpreise sowie das Angebot von billig im Ausland produziertem Lammfleisch ließ den Schafbestand bis heute um mehr als 90 Prozent zurückgehen.

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