Tiere : Hamburger Alsterschwäne ziehen in ihr Winterquartier

Hamburgs Schwanenvater Olaf Nieß fängt in der Rathausschleuse einen Schwan ein. /dpa/Archivbild
Hamburgs Schwanenvater Olaf Nieß fängt in der Rathausschleuse einen Schwan ein. /dpa/Archivbild

Blaue Boote, weiße Schwäne und kühles Herbstwetter - die Hamburger Alsterschwäne werden in ihr Winterquartier gebracht. Die Tiere müssen deshalb die weite Alster gegen einen kleinen Teich eintauschen. Aber der Umzug hat für die Schwäne Vorteile.

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19. November 2019, 15:07 Uhr

Das gemütliche Tummeln auf der Alster hat für Hamburgs Schwäne ein Ende. Am Dienstag sind die weißen Tiere wieder in ihr Winterquartier umzogen. Zuvor wurden sie von Schwanenvater Olaf Nieß und seinen Helfern auf der Binnenalster zusammengetrieben und vor der Rathausschleuse eingefangen. Der Transport der Tiere in den typischen blauen und mit Stroh gepolsterten Booten des Hamburger Schwanenwesens ist auch für Zuschauer immer wieder Spektakel.

Das Hamburger Schwanenwesen ist eine städtische Dienststelle. Es hat eine jahrhundertelange Tradition, denn in Hamburg gelten die Schwäne als Symbol für Freiheit und Unabhängigkeit der Hansestadt. Das Amt des Schwanenvaters gibt es seit 1674. Olaf Nieß besetzt somit die wohl älteste Planstelle der Stadt Hamburg. Die Dienststelle ist allerdings auch für die Rettung von Wildtieren, Seuchenschutz, den Kampf gegen Wilderei und viele andere Aufgaben zuständig. Ihre öffentlichkeitswirksamste Aufgabe ist allerdings der jährliche Umzug der Alsterschwäne im November.

Auf der Alster schwimmen etwa 120 Höckerschwäne, die jedes Jahr im Frühjahr ihr angestammtes Revier aufsuchen und im November wieder ins Winterquartier gebracht werden. Je nach Wetter bleiben die berühmten Alsterschwäne nun bis März oder April im Eppendorfer Mühlenteich. Dort bekommen sie Futter, falls nötig. Zudem können sie im stets eisfrei gehaltenen Winterquartier bei Minusgraden nicht im Eis festfrieren.

In diesem Jahr haben neun Alsterschwäne den heißen und trockenen Sommer nicht überlebt. Die Gründe dafür sind dem Bezirksamt Nord zufolge vielseitig. So haben sowohl die Blaualgen als auch im Alsterschlamm liegende Giftstoffe den Tieren zugesetzt. Im Juli waren deshalb etwa drei Viertel der Schwäne vorläufig in den Eppendorfer Mühlteich gebracht worden, der über verhältnismäßig frischeres Wasser verfügt. Zudem konnten zwölf der Tiere intensivmedizinisch behandelt werden, teilte das Bezirksamt am Dienstag weiter mit. 2018 waren 15 Schwäne verendet, 2017 waren es vier.

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