Prozesse : Halligbewohner und Langeneß vergleichen sich im Lorenstreit

Zwei Loren fahren auf den Schienen des Lorendamms. /Archiv
Zwei Loren fahren auf den Schienen des Lorendamms. /Archiv

Mit Loren fahren Bewohner der Hallig Langeneß unabhängig von der Fähre zum Festland. Die Lizenzen zur privaten Nutzung des Lorendamms sind begehrt. Ein jahrelanger Streit zwischen Gemeinde und einem Bewohner um Erteilung einer Lizenz endete jetzt mit einem Vergleich.

shz.de von
22. Mai 2019, 16:28 Uhr

Im jahrelangen Rechtsstreit um die Nutzungserlaubnis für eine private Lore haben ein Halligbewohner und die Gemeinde Langeneß am Mittwoch vor dem Verwaltungsgericht Schleswig einen Vergleich geschlossen. Demnach sichert die Gemeinde dem Kläger zu, ihm einen Erlaubnisschein zum Lorenbetrieb auf dem Damm zwischen Hallig und Festland zu erteilen. Der Kläger hat seit 2015 seinen Erstwohnsitz auf Langeneß. Der Anwalt mit Kanzlei in Hamburg sitzt mittlerweile auch im Gemeinderat von Langeneß. Er nahm die Klage im Gegenzug zurück.

Die gut 100 Bewohner von Langeneß und Oland pendeln mit ihren Loren unabhängig vom Fährverkehr zwischen den Halligen und dem Festland. Die Vergabe der Lizenzen ist zahlenmäßig beschränkt, an Bedingungen geknüpft und beruht auf einer Nutzungsvereinbarung des Landes als Eigentümer und Betreiber des Lorendamms mit der Gemeinde. Im konkreten Fall hatten der Kläger und die Gemeinde Langeneß, zu der auch die Hallig Oland gehört, darüber gestritten, ob der Mann die Voraussetzungen für eine Lizenz erfüllt.

Das Gericht hatte in der mündlichen Verhandlung vor Zustandekommen des Vergleichs darauf hingewiesen, dass der Kläger nach Erörterung der Sach- und Rechtslage Anspruch auf eine sogenannte Lorenlizenz haben dürfte. So habe der Kläger seinen Erstwohnsitz auf der Hallig. «Entweder ist ihr Melderegister falsch oder es spricht vieles dafür, dass er seinen Lebensmittelpunkt auf Langeneß hat», sagte Gerichtspräsident Hartwig Martensen als Vorsitzender Richter der zuständigen Kammer an die Vertreter der beklagten Gemeinde gewandt.

Auch dem Punkt, dass die Kapazität erschöpft sei, mochte das Gericht nach der Vorberatung nicht folgen. Der Kläger dürfte Anspruch auf die Lizenz haben, die für Oland frei gehalten worden sei, sagte Martensen. Er warb «im Sinne des Halligfriedens» eindringlich für eine Einigung zwischen den Beteiligten.

Er sei sehr zufrieden, dass einvernehmlich eine friedliche Lösung gefunden worden sei, sagte der Kläger nach der Verhandlung. «Ich habe immer gesagt, seit Anbeginn, dass ich für eine friedliche Lösung bin und das wiederholt zum Ausdruck gebracht.» Er freue sich daher umso mehr, dass nach dem Austausch langer Schriftsätze, vielen Verhandlungen vor Ort und einem Güteverfahren nun mit der Hilfe der Verwaltungsgerichtskammer eine Lösung gefunden worden sei. Die Bürgermeisterin von Langeneß, Heike Hinrichsen, wollte sich nach der Verhandlung nicht zu dem Verfahren äußern.

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