Krankheiten : Günther: Klare Ansagen zum Umgang mit der Corona-Pandemie

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hält Schulschließung bis zum Sommer nicht für vorstellbar. «Aber ich bin sehr davon überzeugt, dass es klug ist, den Menschen klare Ansagen zu machen», sagte Günther dem «Hamburger Abendblatt» (Donnerstagausgabe). Fest stehe, dass die Schulen bis zum Ende der Osterferien, die am Wochenende starten, geschlossen bleiben, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verlangsamen. «Wann die Schulen wieder geöffnet werden, entscheiden wir rechtzeitig davor, damit die Menschen sich darauf einstellen können.»

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26. März 2020, 10:48 Uhr

Bis zum 19. April hat Schleswig-Holstein das gesellschaftliche Leben weitgehend runtergefahren. «Aber natürlich ist unser erklärtes Ziel, dass wir vielleicht schon vorher gewisse Lockerungen vornehmen können. Wir wollen die Gesellschaft ja nicht aus Prinzip einsperren», sagte Günther. Sobald es gesundheitlich möglich sei, werde die Regierung Regeln lockern. «Ich bin überzeugt davon, dass normales gesellschaftliches Leben nicht erst in zwei Jahren wieder möglich ist.»

Nach Ansicht Günthers läuft auch die Zusammenarbeit von Bund und Ländern gut: «So weit auseinander, wie es manchmal öffentlich erscheint, sind wir bei der Umsetzung in den Ländern nicht. Das Gute am Föderalismus ist ja auch, dass man sich untereinander vergleichen und der eine vom anderen lernen kann», sagte der Regierungschef.

Die Menschen hätten mehr als Verständnis für die harten Einschränkungen ihres Alltags. «Trotzdem merkt ja jeder schon jetzt, wie ihm die sozialen Kontakte fehlen», sagte Günther. Es bringe Risiken mit sich, wenn Menschen lange isoliert würden. «Da kann es ganz andere Verwerfungen geben. Deshalb ist es nicht nur eine politische, sondern auch eine gesellschaftliche und soziale Frage, wie lange man solche Maßnahmen aufrechterhalten kann.» Experten hätten bisher immer auf einen Vier-Wochen-Zeitraum hingewiesen. «Das ist bei uns am Ende der Osterferien. Dann wird man sehen müssen, wie die Zahlen und Maßnahmen sich entwickelt haben.»

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