EU : Grüne in Schleswig-Holstein erstmals die Nummer eins

Das Logo von Bündnis 90/Die Grünen steht auf einem Aufsteller der Partei. /Archiv
Das Logo von Bündnis 90/Die Grünen steht auf einem Aufsteller der Partei. /Archiv

Bei der Europawahl sind die Grünen in Schleswig-Holstein erstmals die Nummer 1. CDU und SPD folgen nach herben Verlusten. Besonders die Sozialdemokraten rutschen tief in den Keller.

shz.de von
27. Mai 2019, 14:25 Uhr

Riesenerfolg für die Grünen bei der Europawahl in Schleswig-Holstein: Sie wurden im lange so konservativ geprägten Flächenland erstmals stärkste Kraft. Die Grünen holten 29,1 Prozent vor der CDU von Ministerpräsident Daniel Günther, die nach dem vorläufigen Landesergebnis nur 26,2 Prozent erreichte und damit schlechter abschnitt als die Union im Bund mit 28,9. Vor fünf Jahren hatte die Nord-CDU noch 34,4 Prozent der Wählerstimmen bekommen.

Die SPD brach von 31,9 auf 17,1 Prozent ein. Kleine Gewinne verbuchten die AfD mit 7,4 Prozent (2014: 6,8 Prozent) und die FDP 5,9 (3,8). Die Linke verlor etwas und kam auf 3,7 Prozent (4,5). Die Piraten kamen im Norden auf 0,9 Prozent.

Schleswig-Holstein ist im neuen EU-Parlament zum ersten Mal mit vier Abgeordneten vertreten - vorher waren es maximal drei gewesen. Mandate holten Niclas Herbst von der CDU, die Sozialdemokratin Delara Burkhardt, der Grüne Rasmus Andresen und nach einer Zitterpartie der Pirat Patrick Breyer. Der frühere Landtagsfraktionschef in Kiel war Spitzenkandidat auf der Bundesliste der Piraten. Diese erreichten bundesweit 0,7 Prozent und konnten sich damit hauchdünn einen Sitz im EU-Parlament sichern. Eine Sperrklausel gibt es zur Europawahl nicht.

Die Wahlbeteiligung war mit 59,8 Prozent in Schleswig-Holstein deutlich höher als vor fünf Jahren. Damals hatten nur gut 43 Prozent der Berechtigten ihre Stimme abgegeben hatten.

Die Grünen legten im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren um 16,7 Punkte zu. CDU und SPD zeigten sich schwer enttäuscht. Sie hatten noch nie bei einer Europawahl so wenige Stimmen bekommen.

In der Landeshauptstadt Kiel distanzierten die Grünen mit 37 Prozent CDU (16,8) und SPD (16,4) ganz klar. Auch in Lübeck gewannen die Grünen mit 31,6 zu 20,4 Prozent gegen die CDU.

Selbst in einer CDU-Hochburg wie Nordfriesland lagen die Grünen nur knapp hinter den Christdemokraten, im ländlich geprägten Kreis Rendsburg-Eckernförde sogar knapp vor ihnen. Von einem historischen Wahlsieg sprach bei Facebook der Grünen-Landtagsabgeordnete Lasse Petersdotter.

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