Forschung : Gründerzentrum am Desy geplant: Bund gibt 95 Millionen Euro

Tabletten, Kapseln und Pillen in verschiedenen Farben liegen in einem Medikamenten-Behälter. /Archiv
Tabletten, Kapseln und Pillen in verschiedenen Farben liegen in einem Medikamenten-Behälter. /Archiv

Was kann man gegen multiresistente Keime machen? Wie genau wirkt ein Medikament im menschlichen Körper? Antworten auf solche Fragen können Wissenschaftler am Forschungscampus Hamburg-Bahrenfeld geben - und demnächst auch gleich vermarkten.

shz.de von
09. November 2018, 07:23 Uhr

Ein geplantes Technologie- und Gründerzentrum in Nachbarschaft zum Desy-Forschungscampus in Hamburg-Bahrenfeld kann jetzt gebaut werden. Der Haushaltsausschuss des Bundestages billigte am Donnerstag die Investition von 95 Millionen Euro für den Bau des Gebäudes mit Büros und Laboren, wie ein Sprecher des Deutschen Elektronen-Synchrotron mitteilte. Wissenschaftler am Desy und anderen Instituten sollen die Möglichkeit bekommen, Start-ups zu gründen, mit denen sie ihre Forschungsergebnisse im Bereich der Bio- und Nanotechnologie oder der neuen Werkstoffe zur Marktreife weiterentwickeln.

Als Beispiel nannte der Sprecher neue Medikamente zur Bekämpfung multiresistenter Keime (MRSA) oder ein Analysemittel aus Goldpartikeln, das optisch zeigen könne, wo genau Medikamente im menschlichen Körper ihre Wirkung entfalten. «Wir werden in den nächsten Jahren große Fortschritte auf den Feldern der individualisierten Medizin und in der medizinischen Bildgebung erleben», prophezeite der Desy-Beauftragte für Innovation und Technologietransfer, Arik Willner.

«Das Technologiezentrum wird nicht nur Unternehmertum fördern; hier können Visionäre große gesellschaftliche Herausforderungen in den Bereichen Gesundheit und Nachhaltigkeit in tragbaren Business-Modellen angehen», erklärte der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs. Während der Bund die kompletten Baukosten übernimmt, finanziert die Stadt Hamburg den Betrieb in den ersten Jahren mit mindestens 10,5 Millionen Euro.

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