Gesundheit : Garg: Bei Pass-Antrag auch über Organspende entscheiden

Heiner Garg, FDP-Landesvorsitzende von Schleswig-Holstein, spricht während eines Landesparteitages. /dpa/Archivbild
Heiner Garg, FDP-Landesvorsitzende von Schleswig-Holstein, spricht während eines Landesparteitages. /dpa/Archivbild

Beim Beantragen von Dokumenten wie Personalausweis, Reisepass und Führerschein sollten Bürger nach Ansicht des Kieler Sozialministers Heiner Garg angeben müssen, ob sie im Todesfall Organspender sein wollen oder nicht. «Damit können wir eine Brücke zwischen Gegnern und Befürwortern der Widerspruchslösung bauen», sagte der FDP-Politiker am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Organspende bliebe damit eine individuelle Entscheidung, trotzdem müsste man eine Entscheidung treffen. «Ich bin überzeugt, dass damit deutlich mehr Leben durch eine Organspende gerettet werden können», sagte Garg.

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15. Januar 2020, 11:51 Uhr

An diesem Donnerstag stimmt der Bundestag über mögliche neue Regeln für Organspenden ab. Eine Abgeordnetengruppe um Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eine «doppelte Widerspruchslösung» vorgeschlagen. Demnach würde künftig jeder automatisch als Spender gelten, der nicht widerspricht. Ein Entwurf einer anderen Gruppe um Grünen-Chefin Annalena Baerbock lehnt eine Widerspruchslösung ab. Sie schlägt vor, alle Bürger mindestens alle zehn Jahre beim Ausweisabholen auf das Thema Organspende anzusprechen.

«Klar ist, dass wir eine Lösung in der Frage Organspenden brauchen», sagte Garg. In Deutschland warten immer noch knapp 10 000 Menschen auf ein Spenderorgan, obwohl eine große Mehrheit der Bevölkerung einer Organspende positiv gegenübersteht.» Hier fehle der entscheidende Schritt von einer lobenswerten Grundeinstellung hin zu einer Entscheidung, die sterbenden oder notleidenden Menschen wirklich hilft.

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