Notfälle : Experten entschärfen Fliegerbombe auf Kieler Werftgelände

Ein Boot der Wasserschutzpolizei fährt durch die Kieler Förde. /dpa
Ein Boot der Wasserschutzpolizei fährt durch die Kieler Förde. /dpa

Mit Wasserschneidetechnik machen Experten auf einem Kieler Werftgelände eine britsche 500-Pfund-Fliegerbombe unschädlich. Ein Baggerfahrer hatte den Blindgänger bei Arbeiten entdeckt. Bereiche des Ost- und Westufers mussten evakuiert, die Förde gesperrt werden.

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15. Januar 2020, 14:11 Uhr

Experten des Kampfmittelräumdienstes haben am Mittwoch eine Fliegerbombe auf dem Gelände der Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems entschärft. Knapp zweieinhalb Stunden nach Beginn ihrer Arbeit gaben die Experten des Kampfmittelräumdienstes gegen 12.55 Uhr Entwarnung. «Der Detonator musste vor Ort gesprengt werden», sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Wegen des schlechten Zustands der britschen 250-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg setzte der Kampfmittelräumdienst bei seiner Arbeit an dem Blindgänger sogenannte Wasserschneidetechnik ein.

Erstmals waren von einer für diese Arbeiten notwendigen Evakuierung das Ost- und das Westufer der Kieler Förde betroffen. Im Sperrgebiet befinden sich nach Angaben der Stadt 1833 Haushalte. Etwa 3000 Menschen waren aufgefordert, ihre Wohnungen am Mittwochmorgen zu verlassen. «Das Ganze hat soweit gut geklappt», sagte ein Polizeisprecher. Um sicher zu gehen, dass sich niemand mehr im Gebiet aufhielt, überprüfte die Polizei die betroffenen Viertel auch mit Hilfe einer Drohne aus der Luft. Im Evakuierungsbereich lag auch eine Reihe von Geschäftshäusern in der Innenstadt.

Der Start der Arbeit des Kampfmittelräumdienstes verzögerte sich etwas, weil nicht alle Menschen die Evakuierungszone rechtzeitig verlassen hatten. Eine Person brauchte medizinische Hilfe beim Verlassen ihrer Wohnung. Einige Lkw-Fahrer am Schweden- und Norwegenterminal hatten die Aufforderungen nicht mitbekommen. «Ein paar Lkw-Fahrer mussten geweckt werden», sagte der Polizeisprecher. Sie hatten auf den Parkplätzen der Terminals in ihren Lastwagen geschlafen.

Die Fliegerbombe war bei Bauarbeiten auf dem Werftgelände zufällig gefunden worden. Nach Angaben eines Werftsprechers hatte ein Baggerfahrer, der früher Bundeswehrsoldat war, die Bombe in seiner Schaufel gefunden und Alarm geschlagen. Wegen der Entschärfung ruhte am Mittwoch auf dem Werftgelände zwischen 8.00 und 16.00 Uhr der Betrieb.

Auch der Schiffsverkehr auf der Förde wurde vorübergehend eingestellt. Das schwedische Fährschiff «Stena Scandinavica» musste deshalb statt Schwedenkai im Ostuferhafen festmachen. Ebenfalls evakuiert wurden größere Gebäude wie das des Norddeutschen Rundfunks (NDR). NDR 1 Welle Nord sendete sein Hörfunkprogramm deshalb vorübergehend aus dem etwa einen Kilometer entfernten Landeshaus. Der NDR hat dort ein eigenes Studio. Auch ZDF und Deutschlandfunk waren von den Evakuierungen betroffen.

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