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Verteidigung : Ermittlungen gegen Soldat: kein dringender Tatverdacht

vom

Wegen einer möglichen Sexualtat ermittelt die Kieler Staatsanwaltschaft gegen einen Unteroffizier. Er wurde am Freitagabend aber wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Ein dringender Tatverdacht bestehe zurzeit nicht.

shz.de von
erstellt am 10.Nov.2017 | 19:17 Uhr

Ein Unteroffizier, gegen den wegen einer möglichen Sexualtat an zwei Soldatinnen auf dem Gelände eines Truppenübungsplatzes im Kreis Plön ermittelt wird, ist wieder auf freiem Fuß. «Der Beschuldigte ist auf Anordnung der Staatsanwaltschaft aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden, da ein dringender Tatverdacht zurzeit nicht besteht», teilte der Sprecher der Kieler Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Axel Bieler, am Freitagabend mit. «Die Ermittlungen werden fortgesetzt.»

Die Polizei hatte am Freitag zunächst Medienberichte bestätigt, ein 29 Jahre alter Soldat stehe im Verdacht, auf dem Truppenübungsplatz Todendorf an der Ostsee am Donnerstagabend nach einem Trinkgelage zwei Soldatinnen auf ihrem Zimmer sexuell missbraucht zu haben. Der Unteroffizier sei in der Nacht zum Freitag in Gewahrsam genommen worden. Alle seien alkoholisiert gewesen, sagte ein Polizeisprecher.

Zunächst teilte die Staatsanwaltschaft mit, nach ersten Erkenntnissen solle der Unteroffizier die Frauen in ihrem Zimmer «sexuell angegangen sein».

Auf dem Truppenübungsplatz bei Lütjenburg nahe der Ostsee hatte es vor dem Trinkgelage eine Übung gegeben. Die Frauen sind 18 und 22 Jahre alt. Sie sind nach Angaben Bielers wieder in Rostock, woher sie kamen.

Den 29-Jährigen hätten Feldjäger nachts festgenommen und der Polizei übergeben, sagte Oberstaatsanwalt Axel Bieler der Deutschen Presse-Agentur. Die Ermittlungen zum Tatgeschehen lägen jetzt bei der Staatsanwaltschaft. Denn bei Verdacht auf solch schwere Delikte müsse die Bundeswehr die Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft abgeben. Oberstleutnant Ullrich Burchardi vom Landeskommando Schleswig-Holstein sagte, er könne keinerlei Angaben machen, was geschehen sei. Im übrigen lägen ihm auch keine Informationen vor.

Zu welcher Waffengattung und Einheit der Unteroffizier und die beiden Soldatinnen gehören, blieb offen - ebenso der Dienstgrad der Frauen. Beim Bundesverteidigungsministerium in Berlin ist der Vorfall bekannt. Unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wollte sich ein Sprecher dazu aber nicht äußern.

KN-online berichtete, bei der Feier hätten sich auch Vorgesetzte betrunken. Nach Informationen von shz.de feierten Soldaten den Abschluss eines Lehrgangs.

Die Bundeswehr gerät immer wieder in die Schlagzeilen. Im Zuge der öffentlichen Diskussion um mehrere Skandale bei der Bundeswehr hat auch die Zahl der internen Beschwerden über sexuelle Belästigung, rechtsextreme Auswüchse und Fehlverhalten von Vorgesetzten massiv zugenommen.

Wie das Verteidigungsministerium bereits im Juli mitteilte, wurden bis zum 9. Juli 2017 schon 56 Verdachtsfälle angeblichen Fehlverhaltens Vorgesetzter gegenüber Untergebenen gemeldet. 2016 waren nur 28 solcher Fälle gemeldet worden. Bei Meldungen zu Verstößen gegen die sexuelle Selbstbestimmung sei mit 127 erfassten Verdachtsfällen bereits das Vorjahresniveau von 128 Fällen erreicht.

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