Katastrophenschutz : Eiderdamm wird verstärkt: Symbolischer Spatenstich zum Start

Besucher laufen über das Eidersperrwerk. /Archivbild
Besucher laufen über das Eidersperrwerk. /Archivbild

Der Eiderdamm wird zum Klimadeich. Baumaschinen lärmen mitten während der Vogelbrut. Die Küstenschützer nehmen jedoch Rücksicht auf den Naturschutz, sagen sie.

shz.de von
25. April 2019, 14:38 Uhr

Am Eiderdamm südlich des Sperrwerks haben am Donnerstag die Arbeiten zur Deichverstärkung offiziell begonnen. Dort soll der Hochwasserschutz auf rund einem Kilometer Länge saniert und zum Klimadeich gemacht werden. Mitten in der Brutzeit von Flussseeschwalbe, Küstenseeschwalbe und Lachmöwe lärmen dort jetzt Bagger und Planierraupen. Im vergangenen Sommer war der Bereich die Kinderstube von rund 1770 Vogelelternpaaren.

«Die Planung des Bauablaufs ist so durchdacht, dass besondere Rücksicht auf die großen Vogelkolonien seltener und geschützter Arten direkt am Eidersperrwerk genommen wird», sagte die Kieler Staatssekretärin Dorit Kuhnt. «Im Bereich der angestammten Brutplätze werden während der Brutzeit keine Bauarbeiten erfolgen.» Zusätzlich sei für die Vögel ein Ausweichbrutplatz auf der Nordmole hergestellt worden.

Hintergrund ist, dass nach Angaben des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) die Deicharbeiten nur im Sommer erfolgen dürfen. «Von Oktober bis April, wenn die Wahrscheinlichkeit für Sturmfluten höher ist, werden aus Sicherheitsgründen grundsätzlich keine Arbeiten an den Deichen ausgeführt», sagte LKN-Sprecher Hendrik Brunckhorst. «Nach der Brutzeit, aber vor Beginn der Wintersicherung, also vom 15. August bis 1. Oktober, werden die Arbeiten im Bereich der dann verlassenen Brutkolonien ausgeführt.»

Das Eidersperrwerk gilt nach Angaben der Nationalparkverwaltung mit mehr als 50 000 Kubikmetern Beton und 6000 Tonnen Stahl als größtes Küstenschutzbauwerk Deutschlands. Das 4,8 Kilometer lange Bollwerk im Mündungstrichter der Eider ersetzt 60 Kilometer alte und weit ins Binnenland reichende Flussdeiche. Nachdem in den vergangenen Jahren das Eidersperrwerk vom Bund saniert wurde, werden jetzt die nördlich und südlich anschließenden Deiche in mehreren Abschnitten vom Land Schleswig-Holstein verstärkt.

Begonnen wurden die Arbeiten am Damm südlich des Sperrwerks. Dort soll der Hochwasserschutz auf 1,4 Kilometern Länge saniert werden. Unter anderem soll das Bauwerk 30 Zentimeter höher werden und eine auf vier Meter verbreiterte Deichkrone bekommen. «Knapp 50 Jahre nach dem Bau der Eiderabdämmung sind manche Bereiche abgesackt», sagte Kuhnt. «Der Deich ist ohne Verstärkung nicht mehr dauerhaft seinen Anforderungen gewachsen.»

Die Deichsanierung soll im Frühjahr 2020 beendet sein, anschließend werden die Deichverstärkungsmaßnahmen am nördlichen Teil des Eiderdamms beginnen.

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