Agrar : Dürrehilfe für Bauernverband ein Flop

Werner Schwarz, Präsident des Bauernverbandes von Schleswig-Holstein. /Archivbild
Werner Schwarz, Präsident des Bauernverbandes von Schleswig-Holstein. /Archivbild

Von den staatlichen Dürrehilfen wird nach Angaben des Bauernverbands in Schleswig-Holstein nur ein Bruchteil der Betriebe profitieren. Allenfalls 700 von 12 000 Betrieben könnten mit Hilfe rechnen, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung. Nicht einmal zehn Prozent der Betriebe hätten nach den Schäden des Sommers 2018 Dürrehilfe beantragt und es zeichne sich eine Ablehnungsquote von 30 bis 40 Prozent ab. Von dem Schaden, den die Landesregierung im Sommer vergangenen Jahres auf 422 Millionen Euro geschätzt hatte, müssten die Landwirte ohnehin 95 Prozent tragen, sagte Verbandspräsident Werner Schwarz.

shz.de von
13. August 2019, 16:51 Uhr

Der Bauernverband hatte von Anfang an die Voraussetzungen, die an die Dürrehilfe geknüpft wurden, als zu kompliziert kritisiert. Die niedrigen Antragszahlen hätten die Einschätzung bestätigt, gab der Verband an. Die Handhabung in Schleswig-Holstein sei wenig praxisgerecht.

Als Hauptgrund für Ablehnungen nannte der Bauernverband, dass Erntemengen nur anerkannt werden sollten, wenn die Wiegeergebnisse der gesamten Ernte vollständig und flächenbezogen vorliegen. Dies sei erst jetzt im Zuge von Ablehnungen bekannt geworden. Besonders bei der Ernte von Mais und Gras zur Verfütterung sei eine solche Ernteermittlung nicht üblich.

In Ackerbaubetrieben werde aufgrund eigener Einlagerung zumeist nur ein Teil der Ernte gewogen. «Mit den Unsicherheiten des Wetters zu leben, gehörte immer schon zu unserem Beruf dazu», sagte Schwarz. Aber bei extremen Wetterereignissen wie der Dürre im vergangenen Jahr sei Nothilfe geboten, wenn man die hart betroffenen Betriebe erhalten wolle.

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