Fußball : Chancenverwertung und Personalsorgen: Dynamo mit Baustellen

Der Trainer von Dynamo Dresden, Maik Walpurgis.  Daniel Schäfer
Der Trainer von Dynamo Dresden, Maik Walpurgis.  Daniel Schäfer

Die Niederlage gegen Kiel legte schonungslos offen, woran in den nächsten Wochen gearbeitet werden muss. Doch während die Ausfälle nur schwer zu kompensieren sind, ist die Chancenverwertung kein neues Problem.

shz.de von
10. Dezember 2018, 09:31 Uhr

Dresden (dpa) – Von wegen besinnliche Adventszeit, zurücklehnen kann sich Maik Walpurgis nicht. Bis zur Winterpause muss der Coach des Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden dringend zwei Probleme lösen. «Das Thema Chancenverwertung sprechen wir schon die ganze Hinrunde an. Wir müssen aber auch lauf- und zweikampfstärker werden. Es gibt schon einige Baustellen, an denen wir in der Winterpause arbeiten müssen», sagte Dynamos Routinier Patrick Ebert sichtlich angefressen nach der 0:2-Pleite gegen Angstgegner Holstein Kiel. Drei Niederlagen und 0:9-Tore stehen gegen die Norddeutschen zu Buche.

Und vor der Winterpause warten auf die Sachsen noch zwei schwere Aufgaben. Vor dem Rückrundenstart beim MSV Duisburg tritt die Walpurgis-Elf kommende Woche beim SC Paderborn an. Für Dynamos 45 Jahre alten Coach ein Spiel auf Augenhöhe. Beide rangieren punktgleich mit 22 Zählern im Mittelfeld der Tabelle. Dennoch trennt sie gefühlt Welten: Denn während Dynamo in 16 Partien gerade einmal 20 Tore erzielen konnte, war der Aufsteiger aus Ostwestfalen bereits 33-mal erfolgreich. Nur der 1. FC Köln war treffsicherer (42 Tore).

«Am Ende gewinnt der verdient, der Tore schießt», sagte Walpurgis nach der Kiel-Pleite. Da hätte sein Team wieder einmal früh in Führung gehen und das Spiel in eine andere Richtung lenken können. «Wenn wir in Führung gehen, dann nimmt das Spiel einen anderen Verlauf. Das ist aber auch das Entscheidende, dass wir den Ball unterbringen», fügte der 45-jährige Fußball-Lehrer hinzu. Auch noch nach der Pause ließ sein Team beste Einschussmöglichkeiten liegen.

Kiel wirkte da abgeklärter, erspielte seine Chancen dabei fast ausschließlich über die rechte Dresdner Seite. Sie ist Walpurgis` zweite große Baustelle und derzeit Dynamos Achillesferse. Denn mit Linus Wahlqvist und Niklas Kreuzer fehlen gleich beide Rechtsverteidiger mindestens bis zur Winterpause. Auch Patrick Möschl, der die Position in dieser Saison bereits bekleidete, kann erst zur Rückrunde wieder eingreifen.

Wie bereits eine Woche zuvor beim Remis auf St. Pauli musste Allzweckwaffe Erich Berko einspringen. Er wirkte aber vor allem defensiv überfordert. «Dass er die Position nicht so optimal ausführt, das ist im Grunde keine Überraschung. Da kann ich ihm auch keinen Vorwurf machen», nahm Walpurgis den 24-Jährigen in Schutz. «Keine Frage, uns fehlen wichtige Spieler. Aber dafür haben wir einen großen Kader, da gibt es die Möglichkeiten für die anderen Spieler sich zu zeigen und zu beweisen. Wir haben gute Jungs, die Situation müssen wir so annehmen wie sie ist.»

Eine deutlich defensivere Option anstelle Berkos wäre Jannik Müller, der die Position als Außenverteidiger bereits unter Neuhaus eingenommen hatte. Der 24-jährige Abwehr-Allrounder spielt seit seiner Rückkehr befreit auf, gehörte auch in Spiel Nummer drei nach zuvor dreimonatiger Verletzungspause wieder zu den Besten. Mit Sören Gonther und Rückkehrer Florian Ballas stünden zudem zwei weitere Innenverteidiger zur Verfügung.

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